Auf den ersten Blick weiss das Resultat von Swissmetal im 1. Quartal 2008 mit einem Verlust von 0,3 Mio Fr. gegenüber einem Gewinn von 1,2 Mio Fr. im Vorjahr nicht zu überzeugen. Doch der Buntmetallverarbeiter aus Dornach kann auf mildernde Umstände plädieren: Ausschlaggebend für den Umsatz- und Gewinnrückgang ist die Produktionsumstellung auf eine neue Extrusionspresse, die zu Lieferengpässen geführt hat. «Operativ bewerten wir das Ergebnis insgesamt als positiv, auch wenn uns die neue Presse mehr Mühe macht, als zuvor angenommen», erklärt Swissmetal-CEO Martin Hellweg. Schwierigkeiten bereiten dem Metallverarbeiter vor allem die elektronische Steuerung der Anlage. Hellweg ist aber zuversichtlich, die Umstellung wie angekündigt bis im Sommer vollzogen zu haben und danach die angestrebte Produktivitätssteigerung zu erzielen.

Finanzergebnis belastet

Für Kopfzerbrechen sorgt dagegen das Finanzergebnis, das aufgrund der ungünstigen Währungsentwicklung einen Verlust von 4 Mio Fr. verursacht hat. «Immerhin hat sich der Verlust im April bereits wieder um 40% reduziert», so Hellweg. Seitens der Analysten sind negative Reaktionen auf das Quartalsergebnis von Swissmetal ausgeblieben, wurden doch Schwierigkeiten bei der Produktionsumstellung erwartet. Da mittelfristig durch die neue Presse hohe Kosteneinsparungen erzielt werden sollten, die Aktie unter Buchwert gehandelt wird und stille Reserven vorhanden sein sollten, werden die Titel zum Kauf empfohlen.

Bei Schmolz + Bickenbach (S+B) sind die Analysten zurückhaltender. Der Spezialstahlhersteller wird nach einem Rekordergebnis 2007 mehrheitlich auf «Halten» gesetzt. Mit einem Kursziel von 90 Fr. sieht Dominik Meyer, Analyst bei Landsbanki-Kepler, kein unmittelbares Aufwärtspotenzial des Titels. «Obwohl die Firma strategisch gut aufgestellt ist, ist die operative Performance im Vergleich zu Konkurrenten wie Böhler-Uddeholm oder Outokumpu zum Teil deutlich schlechter», so der Analyst. Auch fehlen laut Meyer zurzeit positive Katalysatoren, die dem Aktienkurs wieder Auftrieb geben könnten.

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Abschreibungen der Lagerbestände aufgrund des abrupten Verfalls des Nickelpreises im Umfang von 50–70 Mio Euro in der zweiten Hälfte 2007 würden zudem die Risiken der hochvolatilen Rohmaterialpreise aufzeigen, denen das Unternehmen trotz des Preisaufschlagmechanismus nach wie vor ausgesetzt ist. Über die nächsten zwei Jahre wird S+B zudem seine Ausbauinvestitionen massiv erhöhen, deren Früchte aber erst mit deutlicher Verzögerung im Sinne von höheren Erträgen und Cashflows geerntet werden können.

Ins laufende Geschäftsjahr ist S+B gut gestartet. Der Stahlproduzent verfügt laut Management nach wie vor über volle Auftragsbücher und spürt offenbar noch keine Auswirkungen der aktuellen konjunkturellen Unsicherheiten. Auch von den steigenden Kosten für die energieintensive Stahlherstellung ist S+B nicht betroffen.