Die mexikanische Notenbank zieht mit einer kräftigeren Zinserhöhung an der US-Zentralbank Federal Reserve vorbei. Die Mexikaner hoben den Schlüsselzins am Donnerstag um einen halben Punkt auf 5,75 Prozent und damit den höchsten Stand seit April 2009 an. Experten hatten lediglich mit einer Erhöhung um einen Viertelpunkt gerechnet.

Mit dem Schritt stemmt sich die Zentralbank gegen die anziehende Inflation durch den Absturz der Landeswährung Peso. In den vergangenen Monaten war die Währung unter die Räder geraten, weil der künftige US-Präsident Donald Trump wiederholt Front gegen mexikanische Billig-Importe gemacht hatte.

Zweite Erhöhung innert Monatsfrist

Erst Mitte November hatte die mexikanische Notenbank den Leitzins aus Furcht vor wirtschaftlichen Turbulenzen nach dem Sieg Trumps um einen halben Punkt auf 5,25 Prozent heraufgesetzt. Trump hatte im Wahlkampf ein Ende der Nordamerikanischen Freihandelszone (Nafta) in ihrer jetzigen Form sowie hohe Zollschranken gefordert, um die US-Wirtschaft zu schützen. Zudem will der Republikaner die Einwanderung begrenzen und drohte mit dem Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko.

Die US-Notenbank hat den Leitzins am Mittwoch wie erwartet um einen Viertelpunkt angehoben und für 2017 drei weitere Schritte signalisiert. Der Dollar verbilligte sich am Donnerstagabend auf 20,42 Peso, nachdem er zuvor zeitweise auf 20,6857 Peso geklettert war.

(reuters/jfr)

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