Die Aktien des vom japanischen Elektronikkonzern TDK übernommenen Chipherstellers Micronas werden voraussichtlich am 25. Oktober von der Börse genommen. Der Handel soll bereits am kommenden Donnerstag eingestellt werden, wenn die Fusion mit der Schweizer TDK-Tochter beschlossen ist.

Die Schweizer Börsenbetreiberin SIX Exchange Regulation hat der Dekotierung zugestimmt, wie Micronas am Freitag mitteilte. Die Bewilligung gilt aber nur unter der Bedingung, dass die Aktionäre von Micronas an der ausserordentlichen Generalversammlung die beabsichtigte Fusion mit der Schweizer TDK-Tochter absegnen.

Von Goliath geschluckt

Micronas, die Hersteller der Automobilelektronik weltweit zu ihren Kunden zählt, wurde letztes Jahr für 214 Millionen Franken an den japanischen Elektronikkonzern TDK verkauft. Von der Übernahme verspricht sich der Verwaltungsrat von Micronas strategische, operative und finanzielle Vorteile.

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TDK ist im Vergleich zu Micronas ein Riese. Das 1935 gegründete Unternehmen beschäftigt 88'000 Mitarbeiter und erzielte im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 9 Milliarden Dollar. Micronas mit Holdingsitz in Zürich und operativem Hauptsitz in Freiburg im Breisgau hat 2015 mit rund 900 Mitarbeitern 134,4 Millionen Franken umgesetzt.

(sda/ise)