Die Zahl der Übernahmen unter Minenbetreibern ist in letzter Zeit stark angestiegen. Denn immer mehr Unternehmen schliessen Deals mit Explorations- und Entwicklungsfirmen ab, die es schwer haben, als selbstständige Einheiten zu überleben. Der Wert der angekündigten Übernahmen im Minensektor stieg laut Datenanbieter Dealogic im 2. Quartal auf 122,1 Mrd Dollar. Das ist doppelt so viel wie der bisher höchste Wert: 57,2 Mrd Dollar im 1. Quartal 2008.

Angeführt wird die Riege der Kontakt suchenden Unternehmen von der Zuger Xstrata, die eine Fusion mit Anglo American anstrebt. Den Wert des Zusammenschlusses berechnet Dealogic mit 48,3 Mrd Dollar. Laut Xstrata soll das neue Unternehmen mindestens 1 Mrd Dollar Kosten pro Jahr sparen, Zugang zu mehr Rohstoffen haben und besser positioniert sein im Wettstreit mit Rivalen wie Rio Tinto. Doch Anglo weist das Angebot bisher zurück. Es gebe zu wenig strategische Vorzüge, ausserdem seien die Konditionen «vollkommen inakzeptabel».

Afrika im Rampenlicht

Kleinere Offerten im Umfang bis 100 Mio Dollar stiegen gegenüber dem 1. Quartal jedoch ebenfalls sprunghaft an. Vor allem Goldunternehmen in Afrika stehen im Mittelpunkt, aber auch in anderen Regionen und bei anderen Metallen kommt es zu Fusionen.

Das australische Unternehmen Western Areas richte seinen Fokus auf Westaustralien, aber auch auf Kanada für Akquisitionen bei Nickel, sagt Direktor Julian Hanna. «Gerade ist eine exzellente Zeit, um in Nickel zu expandieren», so Hanna. An der Goldfront kaufte Gold Fields im Juli Glencar Mining für etwa 48 Mio Dollar. Ebenfalls im Juli verständigten sich Randgold Resources und AngloGold Ashanti darauf, für 488 Mio Dollar den Explorer Moto Goldmines zu erwerben.

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Für Käufer bieten die Deals den Zugang zu potenziell bedeutenden Reserven bei geringen Anschaffungskosten, da der Preis meist in eigenen Aktien bezahlt wird. Die australische Firma Dwyka Resources machte ein Aktienangebot für Minerva Resources, ein in Äthiopien tätiges Goldexplorationsunternehmen mit geschätzten 500 000 Feinunzen Gold. Die Minerva-Aktionäre akzeptierten im Juli den Deal, die erste Produktion wird in 12 bis 18 Monaten erwartet.

Die Rechnung geht auf

«Wenn wir richtig liegen, ist das Gold etwa 16 Mio Dollar wert; und wir haben etwa 3 Mio Dollar in Aktien bezahlt», sagt Dwyka-Chefin Melissa Sturgess. Für Verkäufer bringen Deals einen Aufschlag auf ihre Aktienpreise, dazu eine sicherere Zukunft für ihre Projekte.