Wenn Gurkenrädchen als Snack und Slimline- Joghurts als Dessert verkauft werden, muss Vitalität gefragt sein und Gesundheit attraktiv. Dass Wellness - im weitesten Sinn - auch für Anleger lukrativ sein kann, glaubt die SAM Group, die eigens einen «Sustainable-Healthy Living»-Fonds eingerichtet hat. «Die Idee eines Healthy-Living-Fonds» sagt Philipp Mettler, Senior Analyst bei SAM, «ist im Zuge der Diskussionen über Nachhaltigkeit entstanden. Die demografischen Veränderungen, die alternde Bevölkerung, die steigenden Gesundheitskosten und der Bewegungsmangel haben zum Nachdenken angeregt.»

Diverse Anlagemöglichkeiten

Eine globale Tragweite hat der Trend insofern, als etwa die Chinesen vermehrt auch westliches Essen geniessen wollten und sich dies - dank steigendem Wohlstand im aufstrebenden Asien - auch leisten könnten, so die Einschätzung des Analysten. Die Probe aufs Exempel hat der von der SAM identifizierte Trend bestanden: Der Staat als der gewichtigste «Investor» hat den Bedarf an Healthy Living erkannt und subventioniert diesen in diversen Formen.

Die Palette an Anlagemöglichkeiten ist gross: «Der Fonds investiert in kotierte Firmen im Bereich gesunde Ernährung, natürliche und organische Nahrungsmittel, Geräte und Ausrüstung für Aktivität, Health Care insbesondere im Bereich von chronischen Krankheiten, Prävention, persönliche Hygiene und Zusatzprodukte für Nahrungsmittel», so Mettler. Die thematische Diversifikation erachtet auch Oliver Kubli, Portfoliomanager von Adamant Biomedical Investments, als sinnvoll: «Dass Gesundheit, Bewegung und Ernährung Hand in Hand gehen, kann man von jedem Arzt erfahren.»

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Fast Food auf kurze Sicht

Aber gerade Mettlers Verweis auf die makroökonomischen Veränderungen könnte den Investor auch zögern machen: Fördern die Globalisierung und das Wirtschaftswachstum in Asien nicht tendenziell die Nachfrage nach schnellem Essen? Und geht der europäische Konsument in ökonomisch unsicheren Zeiten nicht vielmehr im Discounter ein und aus?

«Tatsächlich herrscht, insbesondere in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten, auch ein Trend zum Fast Food und zur billigen Ernährung vor», sagt Mettler. «Aber irgendwann wird der Punkt des Umdenkens kommen.» Indizien hierfür gibt es genug. Mettler: «Whole Foods Market, ein Retailer von biologischen und organischen Produkten in den USA, verzeichnet, trotz hoher Preise, laufend steigende Umsätze.»

Das Portfolio des SAM Sustainable Healthy Living Fund ist im Hinblick auf die Börsenkapitalisierung der mitfinanzierten Unternehmen in drei Sparten unterteilbar: In kleine, mittlere und grosse Unternehmen, wobei Letztere über mehr als 10 Mrd Dollar Cash verfügen. Dabei sticht ins Auge, dass 54% des Fondskapitals in die Big Caps fliessen. Schwergewichte wie Roche machen über 4% aus, Nestlé und Novartis je fast 3%, Kellogg Company etwa 2,6% und der Turnschuhproduzent Skechers rund 2,5%. Die Mutmassung, der Fonds verbuche - mit dem ausgeprägten Investment in starke Brands und multiple Marktführer - nicht mittels Ausrichtung auf den Gesundheitstrend, sondern aus ganz anderen Gründen Gewinne, weist SAM von sich. «Dass wir in Schwergewichte wie Roche und Nestlé investieren, ist eine Folge der aktuellen Marktsituation. Auch wir legen jetzt in defensive Werte an», erklärt Mettler. «Bei anziehender Konjunktur werden wir uns wieder nach fokussierteren Unternehmen umsehen, da die grossen Unternehmen neben anderen Schwerpunkten nur gewisse Aspekte von Healthy Living abdecken.»

Pharmariesen interessant

Dabei sind die Grossunternehmen im Zusammenhang mit dem Gesundheitstrend durchaus interessant. Kubli von Adamant Invest sagt: «Die grossen Pharmakonzerne sind gegenwärtig in einer Restrukturierungsphase: Da Patente von umsatzstarken Produkten in der nahen Zukunft auslaufen, müssen neue Alternativen zur Umsatzgenerierung gefunden werden.» Healthy Living könnte eine solche Alternative sein. Trotzdem investiert auch Adamant bevorzugt in die Papiere mittelgrosser Unternehmen. Nebst den breit ausgerichteten Big Caps setzt SAM jetzt schon auf versiertere Firmen: Auf den Generika-Produzenten Teva-Pharmaceutical, auf den auf Insulin und adäquate Spritzen spezialisierten Konzern Novo Nordisk oder auf Steiner Leisure, welche Fitnesscenter auf Kreuzfahrtschiffen unterhält. Dabei ist laut Mettler «durchschnttlich eine jährliche Überschussrendite zum Aktienweltindex MSCI World als Benchmark von 5% möglich.»

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