Das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 7 soll einige Schwächen des Vorgängers «Vista» beseitigen und aus dem schwerfälligen Betriebssystem ein einfaches, zuverlässiges und schnelleres System machen mit weniger Fehlermeldungen. Notebooks sollen durch tieferen Stromverbrauch glänzen, Berührungstechnologien und bessere Verbindungen zu den Funktionalitäten des Media Centers umfassen. Steve Ballmer, CEO von Microsoft, stellte das Produkt bei seiner Eröffnungsansprache der Computer Electronic Show, der grössten Konsumelektronikveranstaltung Nordamerikas, vor.

Derivat besser als Aktie

Mittelfristig sollen mit erweiterten Kommunikationsmöglichkeiten die Grenzen zwischen PC, Fernseher und Handys aufgelöst werden. Die Entwicklung sei hier im Zeitplan. Israel Hernandez, Analyst bei Barclays Capital, erwartet den kommerziellen Start von Windows 7 im Laufe des Fiskaljahres 2010, also zwischen Juli 2009 und Juni 2010. Ballmer selber sprach nie vom ungeliebten Vista-Betriebssystem. Beobachter schlossen daraus, dass er den Kampf um den kommerziellen Erfolg von Vista aufgegeben hat und ab jetzt nur noch die Marketingdevise gilt: «Vista ist nicht so schlecht, wie Sie denken.»

Microsoft braucht ein neues Betriebssystem, um die bei Vista zögerlichen Firmenkunden zu überzeugen. Hinzu kommen die boomenden kleinen, einfachen Netbooks - für sie ist das aktuelle Betriebssystem einfach zu schwer. Mit solchen Betriebssystemen und der Office-Programmsuite spielt Microsoft immer noch die Hälfte des Umsatzes und den grössten Teil des Gewinns ein.

Wer mit der Microsoft-Aktie in den vergangenen Jahren Geld verdienen wollte, musste defensive strukturierte Produkte haben. In den letzten 12 Monaten ist der Kurs um 42% gefallen, die Dividendenrendite liegt jetzt bei 2,6%. Vor dem kleinen Boom Ende 2007 pendelte der Aktienkurs jahrelang zwischen 22 und 30 Dollar. Den Anstieg des Gesamtmarktes zwischen 2003 und 2007 machte die Aktie nicht mit. Analysten erwarten für das kommende Quartsalsergebnis einen Gewinn pro Aktie von 50 Cent. Der Umsatz soll bei 17,14 Mrd Dollar liegen. Microsoft spürt den Abschwung, Berichte über einen stillen Stellenabbau im Online-Geschäft sowie bei Beratern, die auf Vertragsbasis beschäftigt waren, wurden laut Jefferies-Analystin Katherine Egbert nicht dementiert. Auf dieser Basis ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,5 gleich teuer wie der Gesamtmarkt bewertet. Analysten erwarten für das laufende Jahr eine gehaltene Gewinnentwicklung und kaum weiteres Abwärtspotenzial. Sie setzen Kursziele zwischen 25 und 30 Dollar.

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Trotz Barrierenbruch rentabler

Einigen Umsatz gab es vergangene Woche bei den beiden Calls MSFVW und MSFVT mit Ausübungspreisen bei 30 und 25 Dollar. Beide liegen aus dem Geld, der Erstgenannte ist indes aufgrund der Laufzeit bis Dezember dem zweiten, im März verfallenden Papier vorzuziehen. Deutlich im Geld ist der Put MSFJI, mit dem sich Anleger absichern oder auf tiefere Kurse setzen können. Hebelprodukte wie diese eignen sich für risikofähige Anleger, welche die Preisveränderungen verfolgen und rasch reagieren können.

Der jüngste Kursrutsch hat den Aktienkurs deutlich unter die Caps der drei Discount-Zertifikate DB3CZB, DB3CZC und DB3CZD gebracht. Bei DB3CZB liegt der Cap bei 25 Dollar und damit noch in Reichweite. Bei den beiden Barrier-Discount-Produkten OFMIS und OFMIC liegt die Barriere bei 16,37 Dollar, beide laufen noch bis Oktober. Hohe Renditen von über 40% winken beim halben Dutzend Barrier-Reverse-Convertibles. Die Barrieren liegen zwischen 21 und 27 Dollar, die Caps zwischen 27 und 36 Dollar. Bei diesen Produkten wurden indes im Oktober und November die Barrieren gerissen. Auch wenn dadurch die Auszahlung entsprechend dem Aktienkurs erfolgt - Anleger erhalten bei solchen Produkten den Coupon von 8 bis 12% auf jeden Fall ausbezahlt und fahren dadurch besser als mit einer Direktanlage. Attraktiv ist weiterhin das Produkt VON8SP, bei dem die Barriere bei 11.83 Dollar liegt. Es läuft noch bis November und ist für Kurse um 95 erhältlich. Wenn hier die Barriere nicht gerissen wird, fahren Anleger zusätzlich zum 11,1%-Coupon einen Kursgewinn von 5% ein und kommen auf eine annualisierte Rendite von knapp 20%.