Generell sind aber Jahresend-Richtungswetten ein Thema, das am besten über Indizes und ihre Derivate gespielt wird. Die erste Dezemberwoche sah auch bei den SWX-Derivaten Hinweise für eine solche Rally. So sind die von Derivate Partners ermittelten Prämienumsätze für Warrants zum ersten Mal seit vier Wochen auf über 100 Mio Fr. gestiegen.

Im November gab es vereinzelt Handelstage mit Volumen um 20,3 Mio Fr., ein Zehntel der Spitzentage vor Jahresfrist. Dann hat sich das Call-Put-Verhältnis wieder zugunsten der Calls verschoben. Je mehr Calls im Verhältnis zu Puts gehandelt werden, desto optimistischer sind Anleger. In steigenden Börsenphasen sind Verhältnisse von 5 zu 1 und mehr üblich. Dieser Stimmungsindikator war in den letzten Wochen an einigen Tagen auf 1 zu 1 zurückgefallen.

Volatilität nach wie vor hoch

Lediglich ein Indikator stimmt vorsichtig: Der VSMI, der die Volatilität der SMI-Werte erfasst, steht bei 52%. Hier gilt aber : Je niedriger, desto besser. Der aktuelle Stand liegt zwar deutlich unter den Mitte Oktober erreichten Höchstständen, wo 85% erreicht worden waren, aber immer noch doppelt so hoch wie die Werte, die in den letzen zwölf Monaten vor der Verschärfung der Finanzkrise und der Lehman-Pleite üblich waren.

In Phasen mit hoher Volatilität sind deshalb auf der Hebelprodukteseite Derivate attraktiv, bei denen die Volatilität praktisch keinen Einfluss auf die Preise der Calls oder Puts hat. Solche «Mini Futures» gibt es in der Long-Variante (für steigende Kurse) und in der «Short»-Version (für fallende Kurse). Anleger, die bei Mini-Futures einsteigen, müssen zwei Faktoren genau beobachten: Weil diese prinzipiell als Open-End-Produkte konzipierten Scheine beim Durchbruch der Barrieren k.o. gehen können, sollte der Abstand zwischen dem aktuellen Indexstand und der Barriere aufgrund der hohen Intraday-Schwankungen nicht zu knapp gewählt werden. Dieser Abstand sollte aber auch nicht zu gross werden, weil sich sonst die Hebelwirkung zu stark verringert – und mit dieser spielt ein Anleger auch die Transaktions- und Zinskosten wieder ein.

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In den letzten Tagen stellten die Short-Varianten neun der zwölf meist gehandelten Mini-Futures auf den SMI an der SWX. Hohe Umsätze gab es bei Short-Produkten SMAFM, XSMIK, MSMID und MINIQ. Mit hohen Umsätzen glänzte beispielsweise MSMIJ. Einzelne Long-Produkte wie MSMII oder MSMIM sind im November ausgeknockt worden.

Discounter sind jetzt attraktiv

Bei den Anlageprodukten sind die Discounter besonders attraktiv. Hohe Volatilität bedeutet bei diesen Produkten einen hohen Discount gegenüber dem Basiswert. Und das bedeutet auch höhere Maximalrenditen. Für den SMI sind aktuell lediglich eine Hand voll Discounter ausstehend. Bei den meisten Produkten ist der SMI-Stand 15 bis 25% unter dem jeweiligen Cap.

Lediglich beim Discounter VCSMI, der noch bis Mitte Mai 2009 läuft, liegt der SMI noch deutlich über dem Cap, der hier bei 4750 Punkten festgelegt wurde. Und auch mit einigen Bonus-Produkten wie JPCSM, BCSDD oder SMIAD, bei denen die Barriere noch nicht gerissen ist, können Anleger von einem steigenden Umfeld in den letzten Handelswochen profitieren.