Als Produzent von Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und Informationsträgern im Allgemeinen bleibt die Druckindustrie für Wirtschaft und Gesellschaft weiterhin kaum zu ersetzen. Die neuen Medien und das Internet haben die Medienlandschaft und Informationsgewohnheiten aber tief verändert.

Die Schweizer Druckindustrie beschäftigt etwa 30000 Arbeitnehmende in 2600 Betrieben. Über 80% der Betriebe haben weniger als zehn Beschäftigte. 85% der Aufträge kommen aus dem Inland. Um die Überkapazitäten abzubauen, bleiben Fusionen und Übernahmen an der Tagesordnung.

Verbrauchszahlen sinken

Dass Papier und Karton starke Konkurrenz erhält, bekräftigen die Verbrauchszahlen in den letzten Jahren. Seit 2000 ist der durchschnittliche Verbrauch von Papier und Karton pro Kopf und Jahr von 246 auf 221 kg gesunken.

Beim Zeitungsdruck konnte 2007 volumenmässig eine leichte Zunahme registriert werden, was auf die steigende Zahl von Gratiszeitungen zurückzuführen ist. Der Verbrauch von Zeitungspapier nahm um 2,84% zu und stieg auf 304921 t.

Auch im Bereich Akzidenzdruck haben 2007 die Schweizer Druckereien mehr Papier bedruckt als ein Jahr zuvor, 662122 t oder 1,51% mehr als 2006.

Anzeige

Um auf dem Markt bestehen zu können, müssen die Druckereien die Bedürfnisse ihrer Kunden besser erkennen und sich diesen sofort anpassen. Die Druckindustrie gilt als innovativer und verantwortlich handelnder Wirtschaftszweig. Um sich gegen die steigende Konkurrenz aus dem Ausland behaupten zu können, setzen immer mehr Betriebe in der Branche auf Nachhaltigkeit. Die Verlagerung von Druckaufträgen ins Ausland aus Kostengründen hat nicht nur Folgen für die heimi-sche Wirtschaft, sondern auch für die Umwelt. Der Klimawandel und steigende Energiekosten zwingen die Unternehmen, ihre Prozes- se nachhaltig zu optimieren. Die Gesellschaft erwartet zudem von der Wirtschaft schnelle und effiziente Massnahmen zum Klimaschutz.

Das Themenfeld des Klimaschutzes bietet gerade für die Druckindustrie neue Wege der Kundenansprache und neue Marktkonzepte. Wirklich nachhaltiger Klimaschutz kann nur durch die Integration verschiedener Massnahmen in bestehende Geschäftsprozesse realisiert werden. Dazu gehören neben der konsequenten Einsparung von Energie auch der klimaneutrale Druck sowie die Einbindung des freiwilligen Klimaschutzes in Umweltmanagementsysteme wie ISO-14001, die Verwendung von FSC-Papieren, die VOC-Reduktion sowie das standardisierte Drucken (PSO).

Anpassungsdruck bleibt hoch

Insgesamt bleibt der Anpassungsdruck auf unternehmerischer und technologischer Seite unvermindert hoch. Falls sich die Konjunktur 2008 weiter abkühlen sollte, könnten die steigenden Rohstoffkosten und die anhaltenden Überkapazitäten den Preisdruck weiter erhöhen und die schon ungenügenden Margen der Unternehmen noch mehr verschlechtern.