Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von Spanien gleich um drei Noten gesenkt. Die Bonitätsnote werde von «A3» auf «Baa3» reduziert, teilte Moody's am Mittwoch in London mit. Damit liegt die Kreditwürdigkeit nur noch eine Note über dem sogenannten Ramschniveau.

Zudem droht Moody's gleich eine weitere Herabstufung an. Eine Entscheidung soll spätestens in drei Monaten erfolgen.

Das von den Euro-Finanzministern am vergangenen Samstag zugesagte Hilfspaket in Höhe von 100 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung der Banken werde die Schuldenlast des Landes weiter steigen lassen, schreibt Moody's. Dabei sei die Verschuldung bereits im Verlauf der Finanzkrise deutlich gestiegen.

Nur noch beschränkter Zugang

Spanien habe nur noch einen sehr beschränkten Zugang zu den Finanzmärkten, heisst es bei Moody's. Das Land erhalte fast nur noch Geld von den nationalen Banken, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) grosszügig mit Liquidität versorgt würden.

Die anhaltende Schwäche der spanischen Wirtschaft belaste die Finanzkraft des Landes zusätzlich. Moody's hat zudem die Bewertung des spanischen Bankenrettungsfonds FROB um drei Noten auf «Baa3» gesenkt.

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Ob das Land weiter herabgestuft werde, hänge von den Bedingungen der Hilfe und der Form der Bankenrekapitalisierung ab, schreibt Moody's. Auch mögliche weitere Initiativen auf der Ebene der Eurozone spielten eine Rolle.

Die Gefahren für das Rating von Spanien und anderer Euro-Länder würden zudem steigen, falls das Risiko eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone zunehme.

Moody's bewertet damit Spanien noch schlechter als die Konkurrenten Standard & Poor's (BBB+) und Fitch (BBB).

Auch Zypern kalt erwischt

Angesichts der Unsicherheiten zum Verbleib Griechenlands in der Eurozone hat die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Zyperns herabgestuft. Wie Moody's am Mittwochabend in London mitteilte, wurde die Bonitätsnote des Euro-Landes um zwei Stufen von «Ba1» auf «Ba3» gesenkt.

Eine weitere Herabstufung werde geprüft. Zur Begründung hiess es, dass bei einem Austritt Griechenlands die Wahrscheinlichkeit für weitere Hilfen der zypriotischen Regierung an die angeschlagenen Banken des Lande zunehmen werde, und das bei bereits angespannter Kassenlage.

Wahlen in Griechenland im Fokus

Die Bonität Zyperns bleibe unter Beobachtung, da das Risiko eines Euro-Austritts Griechenlands mit seinen Auswirkungen auf die zypriotischen Finanzen nach den Wahlen in Griechenland am kommenden Sonntag weiter steigen könnte, teilte Moody's weiter mit.

Die zypriotischen Banken sind eng mit den griechischen Geldhäusern verwoben. Anfang der Woche hatte die Regierung in Nikosia nicht ausschliessen wollen, für die Banken ebenfalls Hilfen aus dem europäischen Rettungsschirm in Anspruch nehmen zu müssen.

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Bisher nehmen drei Eurostaaten - Griechenland, Portugal und Irland - internationale Finanzhilfen in Anspruch. Spanien wird seinen Antrag auf Bankenhilfe demnächst stellen. Zypern hat mit etwa 17,5 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung eine der kleinsten Volkswirtschaften der Eurozone.

(aho/chb/awp)