Auch wenn die Aktienmärkte teilweise unter Druck sind – die Geldmärkte sind gegenwärtig keine Alternative. So liegen die kurzfristigen Einmonats-Frankenzinsen bei 2,3%, für den Dollar bei 2,6% und für den Euro bei 4,4%.

Lukrative Carry Trades

In anderen Ländern sind die kurzfristigen Zinsen aber nach wie vor hoch. Dies ist einerseits ein Zeichen für ein Wirtschaftswachstum nahe am Siedepunkt inklusive inflationärer Tendenzen, andererseits ein Hinweis auf relativ schwache Währungen. So kommt die türkische Lira auf einen kurzfristigen Zins von 16%, der südafrikanische Rand auf 11,7%, der brasilianische Real auf 11%, die indische Rupie auf 8,2% und der russische Rubel auf 6,2%.

Systematische Geschäfte, um solche Zinsdifferenzen auszunutzen, werden im Branchenjargon Carry Trades genannt. Dabei verschuldet sich ein Anleger in einer Niedrigzinswährung und verleiht Geld in einer Hochzinswährung. Die Differenz ist reiner Gewinn – wenn sich die Währungsgefüge nicht ändern und Kursverluste einer Hochzinswährung die Zinsgewinne dezimieren. Danach sieht es momentan aber eher nicht aus. Der russische Rubel beispielsweise wertet sich gegenüber dem Dollar sogar auf – Ausdruck der Rohstoffstärke des boomenden Landes. Brasilien und Indien wachsen ebenfalls, weil sie entweder über Agrarprodukte oder Wissensarbeiter verfügen. Dem Dollar gegenüber billigen die Währungsanalysten von Merrill Lynch etlichen Währungen ein Aufwertungspotenzial zwischen 15 und 40% zu.

Anzeige

Verschiebungen über Nacht

Genau auf diese Konstellation, das Aufwertungspotenzial gegenüber dem Dollar sowie das höhere Zinsniveau, setzt ein von ABN Amro neu herausgebrachtes Produkt, das es in einer Dollar-Variante (VN 3861051) und in einer Quanto-Frankenvariante (VN 3861052) gibt. Neben den oben genannten Währungen umfasst das Instrument weiter den ungarischen Forint, den südafrikanischen Rand sowie den polnischen Zloty.

Das als Money Market Super Yield II bezeichnete Zertifikat sammelt die kurzfristigen hohen Zinsen an den Geldmärkten und rechnet explizit mit einem gewissen Aufwertungspotenzial zumindest einzelner dieser Währungen gegenüber dem Dollar. Die Zinserträge werden nicht ausgeschüttet, sondern jeweils wieder in den Total Return-Index investiert. Es gibt auch keine Laufzeitbegrenzung bei diesem Open-End-Produkt.

Anleger, die auf dieses Produkt setzen, müssen daher einige Punkte beachten: Zwar hat die Subprime-Krise den Volkswirtschaften der aufstrebenden Länder nicht geschadet, aber bei der Asien-Krise 1997 hat sich gezeigt, dass es praktisch über Nacht zu sehr starken Verschiebungen im Währungsgefüge kommen kann und allfällige Geldmarkt-Zinsgewinne rasch wieder weg sind.

Der vorliegende Basket enthält indes nicht den chinesischen Yuan, der immer wieder als Abwertungskandidat bezeichnet wird, und auch keine der Währungen der asiatischen Tiger-Staaten, die vor zehn Jahren unter Druck gekommen waren. Zudem reduziert die breite geografische Verteilung der Währungen einseitige regionale Risiken. Zudem drohen immer auch Dollar-Risiken – Anleger, die hier auf Nummer sicher gehen möchten, greifen deshalb zur währungsgeschützten Quanto-Variante. Auch einzelne Währungen wie die türkische Lira verlieren gegenüber dem Euro und dem Dollar an Boden.

Anzeige

Schliesslich gibt es Zeiten, in denen sich ein solcher Hochzinsbasket nicht besser entwickelt als der Swiss Market Index (SMI), wie das beispielsweise in der 2. Jahreshälfte 2006 der Fall war.