Die chinesische Börsenaufsicht nimmt nach den heftigen Kursturbulenzen der vergangenen Wochen verstärkt Aktienhändler wegen des Verdachts illegaler Geschäftspraktiken ins Visier. Acht Mitarbeiter des landesweit grössten Handelshauses CITIC werden Verstösse gegen die Börsenregeln vorgeworfen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch berichtete.

CITIC sei über das Vorgehen nicht informiert worden, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung an die Hongkonger Börse. Die Geschäfte liefen normal weiter.

Journalisten verdächtigt

Auch gegen Journalisten gehen die Behörden vor. Wang Xiaolu, ein Reporter des angesehenen Wirtschaftsmagazins Caijing, wird ebenso wie anderen Verdächtigen die Verbreitung von Falschinformationen vorgeworfen. Ein Grund für die Verhaftung Wangs sei nicht genannt worden, erklärte Caijing. Nur eine objektive Berichterstattung fördere eine gesunde Entwicklung des Aktienmarktes, so das Magazin.

Zum Ziel staatlicher Untersuchungen wurden zudem die vier Brokerhäuser Haitong, Founder, Huatai und GF. Sie sollen Kunden nicht ordnungsgemäss überprüft und identifiziert haben.

Kampf gegen Manipulation

Die Börsenaufsicht hatte bereits im Juli angekündigt, verstärkt gegen mögliche Marktmanipulationen vorzugehen. Im Juni waren die Aktienmärkte um rund 30 Prozent eingebrochen. In den vergangenen Tagen ging es erneut deutlich nach unten: Chinas Börsen gaben am Montag um acht Prozent nach, am Dienstag ging es noch einmal sieben Prozent bergab. 

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(reuters/dbe/ama)