Die Charles Vögele-Aktien sind am Mittwoch mit deutlichen Verlusten in den Handel gestartet. Nach 09.30 Uhr standen sie um 7,5 Prozent tiefer. Eine Aktie kostete damit noch 9,81 Franken.

Gehandelt wurden bereits mehr als die Hälfte eines durchschnittlichen Tagesvolumens. Der Gesamtmarkt SPI steht derweil 0,4 Prozent im Plus. Der Modekonzern hatte vorbörslich die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr reduziert und erwartet nun einen Umsatzrückgang auf vergleichbarer Basis sowie ein negatives Ergebnis in einstelliger Millionenhöhe auf Stufe Ebitda.

Wenig überraschend

Analysten zeigen sich ob der Gewinnwarnung in Anbetracht des anhaltend schwierigen Marktumfelds wenig überrascht. Aufgrund der Halbjahreszahlen und nach einem ausserordentlich warmen Herbst komme die heutige Gewinnwarnung nicht völlig überraschend, schreibt die ZKB in einem Kommentar. Charles Vögele befinde sich weiterhin in einer ungemütlichen Lage.

Nach Einschätzung der Staatsbank dürfte die Nettoverschuldung in den kommenden Jahren weiter zunehmen und das Eigenkapital gleichzeitig schrumpfen. Um den negativen Trend zu stoppen sei der Konzern dringend auf Umsatzwachstum angewiesen. Die Bank Vontobel wird aufgrund der Neuigkeiten die Schätzungen für das laufende Jahr signifikant und für 2016 leicht nach unten anpassen. Die Gewinnwarnung unterstreiche seine Sichtweise, dass der Turnaround-Prozess mehr Zeit in Anspruch nehme als ursprünglich gedacht, so der zuständige Analyst. Er rate den Investoren denn auch vorerst, an der Seitenlinie abzuwarten.

Unter den Erwartungen

Für das Gesamtjahr 2015 rechntet Charles Vögele neu mit einem leichten Umsatzrückgang auf vergleichbarer Basis sowie einem negativen Ebitda im einstelligen Millionenbereich gerechnet. Zum Halbjahr war noch ein Umsatzwachstum und ein positives Ergebnis auf Stufe Ebitda in Aussicht gestellt worden.

Nach einem guten Start in die zweite Jahreshälfte hätten sich die Umsätze der Gruppe in den letzten Wochen deutlich unter den Erwartungen entwickelt, heisst in der Medienmitteilung vom Mittwoch. Die Euroschwäche, das verhaltene Wirtschaftswachstum in den Absatzregionen sowie das warme Herbstwetter hätten den Geschäftsverlauf eingetrübt.

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Wechsel in der Teppichetage

Weiter meldet das Unternehmen einen Wechsel in der Geschäftsleitung. CSO Matthias Wunderlin, bislang verantwortlich für das Marketing und die Führung der Länderorganisationen, werde das Unternehmen per sofort verlassen. Ad interim wird Meinrad Fleischmann, Vizepräsident des Verwaltungsrats, seine Position übernehmen.

(sda/dbe/ama)