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Nach Rating-Schock: Türkei gleist Reformen auf

Istanbul: Metropole am Bosporus. Keystone

Die Ohrfeige der Ratingagentur Moody's hat offenbar Wirkung gezeigt: Nachdem die Türkei auf Ramschniveau herabgestuft wurde, hat ein Regierungsvertreter Reformen angekündigt.

Veröffentlicht am 28.09.2016

Die Türkei hat nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau durch die Ratingagentur Moody's Strukturreformen angekündigt. «Die von Moody's angesprochenen Punkte sind auch für uns wichtig und wir werden keine Zeit verlieren, Massnahmen auf den Weg zu bringen, um diese Probleme anzugehen», sagte der türkische Finanzminister Naci Agbal in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

Wegen des Putschversuches Mitte Juli sowie der weltweiten Konjunkturflaute sei mit einem Wachstum von weniger als vier Prozent zu rechnen. Bereits zuvor waren Regierungsmitglieder vom diesjährigen Wachstumsziel in Höhe von 4,5 Prozent abgerückt.

Inflation bekämpfen

Im kommenden Jahr werde das Wachstum aber wieder anziehen, sagte Agbal. In den nächsten drei Jahren will die Türkei den Fokus auf das Wirtschaftswachstum, die Bekämpfung der Inflation sowie des hohen Defizits legen. Insbesondere soll entschlossen gegen die hohen Lebensmittelpreise vorgegangen werden.

Moody's hatte vergangene Woche das Rating des Mittelmeeranrainers auf «Ba1» gesenkt und diesen Schritt mit den verschlechterten Wachstumsaussichten begründet. Zudem belastet den US-Bonitätswächtern zufolge auch das Vorgehen der Regierung gegen Kritiker nach dem gescheiterten Militärputsch das Investitionsklima. Durch die Herabstufung droht dem Land eine Kapitalflucht.

(awp/ise)

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