Fast sieben Jahre hat die Internationale Energieagentur IEA ihren Ausblick nicht mehr so drastisch reduziert. Die weltweite Nachfrage nach Rohöl werde 2008 im Vergleich zum vergangenen Jahr um 1,3 Mio Barrel pro Tag steigen. Das sind 460 000 Barrel oder 35% weniger als im Januar prognostiziert. Ursache dafür sind die schlechten Aussichten für das Wirtschaftswachstum in den USA, das der Internationale Währungsfonds IWF inzwischen mit nur mehr 0,5% für dieses Jahr ansetzt. Über eine lange Zeit sind die monatlichen IEA-Berichte optimistischer gewesen als die meisten anderen Prognosen für die Branche. «Die wichtigste Botschaft dabei ist vielleicht, dass die IEA eingesteht, die Entwicklung falsch eingeschätzt zu haben, und nicht, dass sich an der Ölnachfrage akut etwas ändern wird», schreibt Barclays Capital in einem Rundbrief dazu. Aufgrund der revidierten Zahlen könnte der Rohölpreis zwar sinken, doch die IEA weist darauf hin, dass die Nationen, die den Löwenanteil des Wachstums verursachen – China, Indien und andere Schwellenländer –, auch diejenigen sind, deren Wirtschaft, anders als in den USA und Europa, stabil bleiben dürfte.

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