Green Bonds werden ausgegeben, um Mittel für Investitionen in umweltfreundliche Energiequellen und Energieinfrastruktur nachhaltiger Energie und Projekte zur Bekämpfung des Klimawandels zu finanzieren.

Im Jahr 2018 wurden Green Bonds mit einem Volumen von 167,6 Milliarden Dollar ausgegeben. Die Ratingagentur Moody's Investors Service erwartet im 2019 einen Anstieg der weltweiten Emissionsvolumen um 20 Prozent und das Erreichen der Marke von 200 Milliarden Dollar.

Hoch im Kurs bei institutionellen Anlegern und Regierungen

Dafür spricht viel, denn das Segment macht bis jetzt erst etwa 1 Prozent des globalen Anleihenmarktes aus, und eine wachsende Zahl von wiederkehrenden Emittenten trägt zu einem stetigen Wachstum bei. Green Bonds haben bereits Einzug in die Allokation von institutionellen Anlegern gefunden und sind auch bei Regierungen hoch im Kurs. Auch Regierungsorganisationen dürften vermehrt als Emittenten im Green-Bond-Segment auftreten und diese Instrumente nutzen, um Bestrebungen im Klimabereich einem breiteren Publikum bewusst zu machen.

Darüber hinaus gibt es noch Instrumente wie Blue Bonds, Social Bonds oder Sustainability-Bonds. In 2018 wurden solche Bonds im Volumen von immerhin 21 Milliarden Dollar ausgegeben. Eine besondere Form stellen Social Impact Bonds dar. Bei diesen handelt es sich um eine innovative Finanzierungsform, welche private Investoren zur effizienteren Lösung sozialer Probleme zuzieht. Die Rendite der Investoren sowie die Vergütung des Leistungserbringers sind an klare, zuvor vereinbarte Vorgaben geknüpft. Nach dem Ende der Laufzeit zahlt der Emittent den Kredit nur dann in vollem Umfang zurück, wenn die sozialen Ziele (zum Beispiel Bildung, Beschäftigung, Gesundheit) erreicht worden sind.

Der Begriff «Bond» ist jedoch irreführend, da die zu erwartende Verzinsung und Rückzahlung an bestimmte Konditionen gebunden ist und es sich meist um vertragliche Konstrukte und nicht Anleihen/Obligationen im eigentlichen Sinn handelt. Die Brookings Global Impact Bond Datenbank verzeichnete im März dieses Jahres 138 solcher Bonds mit einem Volumen von 421,7 Millionen Dollar – 28 mehr gegenüber dem Vorjahr.

Blue Bonds zum Schutz der Meere

Doch damit ist das Farbenspektrum noch nicht ausgereizt – die Regierung der Seychellen hat 2018 den ersten «Blue Bond» zur Förderung nachhaltiger Meeres- und Fischereiprojekte aufgelegt. Die blaue Anleihe der Seychellen wird teilweise durch eine Sicherheit der Weltbank garantiert und durch ein Darlehen der Global Environment Facility unterstützt. Ebenfalls wurde im Januar 2019 der erste Nordic-Baltic Blue Bond durch die Nordic Investment Bank emittiert, um zur Erhaltung der Ostsee beizutragen. Die Anleihe konzentriert sich auf Investitionen in die Wasserbewirtschaftung und den Gewässerschutz.

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In diesem und in den kommenden Jahren dürften die Bondsvolumen aller Farben weiter zunehmen und sich das Spektrum staatlicher und nichtstaatlicher Emittenten erweitern. Mit nur 20 Green Bonds an der Schweizer Börse SIX ist das hiesige Emissionsvolumen allerdings relativ gering. Damit Investoren nicht durch «Green Washing» geblendet werden – Grünfärberei, die lediglich Marketingzwecken dient, ohne dabei ökologisch sinnvoll zu sein – sollten sie sich auf Industriestandards stützen, beispielsweise der International Capital Market Association, die die weithin akzeptierten Green- und Sustainable Bonds-Prinzipien erstellt hat. Mit Blick auf Investments in Bonds in Schwellen- und Entwicklungsländer sind lokales Know-how und ein detailliertes Verständnis, wie unterschiedliche Risiken diese Märkte und relevante Unternehmen beeinflussen können, von entscheidender Bedeutung.

*Philipp Müller, Head of Investment Solutions, BlueOrchard Finance