Schwierigkeiten bei Arca, dem vollelektronischen Aktienmarkt der New York Stock Exchange (Nyse), hätten zum Zusammenbruch eines zentralen Sicherungssystems geführt, erklärte Nasdaq OMX. Zuvor habe es Verbindungsprobleme zwischen dem Securities Information Processor (SIP) der Nasdaq und Arca gegeben. SIP ermittelt die Aktienpreise und überträgt sie an den Markt. Der Börsenbetreiber räumte ein, dass die Zwangspause für die Marktteilnehmer inakzeptabel sei. Das SIP-System solle nun widerstandsfähiger gemacht werden.

Die Nasdaq war am vergangenen Donnerstag überraschend für drei Stunden komplett lahmgelegt. Insgesamt 3200 Aktien waren betroffen, darunter Google, Facebook oder Apple. Reuters hatte zuvor aus mit der Situation vertrauten Kreisen erfahren, dass sich die Konkurrenten Nyse und Nasdaq völlig uneins über die Ursache der Panne seien. Im Zentrum ihres Streits steht demnach die Frage, wo genau das Problem auftauchte: bei SIP oder bei Arca.

Prozessor war überlastet

Der Börsenbetreiber Nasdaq erklärte am Donnerstag weiter, Arca habe sich am Morgen des 22. August mehr als 20 Mal mit SIP verbunden und dann wieder getrennt. Dies habe einen Grossteil der Prozessor-Kapazität in Anspruch genommen. Arca habe zudem reihenweise falsche Aktiencodes an SIP gesendet, was zahlreiche Fehlermeldungen ausgelöst und das System weiter belastet habe. Das Zusammentreffen dieser Ereignisse habe SIP überlastet, was wiederum durch einen Fehler in dessen Software nicht habe verhindert werden können.

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