Diese Woche legen mit Swiss Re und Munich Re die beiden grossen europäischen Rückversicherer ihre Ergebnisse des 1. Quartals 2010 vor. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass 2010 kein Glanzjahr für die Branche werden dürfte: Die Preise für Rückversicherungen würden laut Nikolaus von Bomhard, Vorstandschef bei Munich Re, auch in diesem Jahr fallen, trotz vielen Naturkatastrophen, die bei den Rückversicherern zu höheren Kosten führten als im 1. Quartal 2009. Das zeigt sich auch in den Aktienkursen - die Swiss-Re-Aktie stagniert seit Jahresbeginn.

Kostenquote dürfte steigen

«Die beeindruckende Serie tiefer Kostenquoten, welche die Swiss Re in jüngster Zeit vorgelegt hatte, dürfte jetzt zu Ende gehen», erwarten die Analysten der Deutschen Bank. Für das 1. Quartal rechnet man mit einem Anstieg der Combined Ratio, der Summe von Kosten- und Schadensatz, auf 104,2% von 90% im letzten Jahr. Über das Gesamtjahr dürfte die Quote um 7 auf 95,2% steigen. Zudem zeichnet sich ein Rückgang des Prämienvolumens ab.

Unterschiedlich sind die Erwartungen hinsichtlich des Reingewinns. Die Deutsche Bank geht von 76 Mio Dollar aus (neu schliesst Swiss Re in der US-Währung ab), etwas mehr als die Hälfte von 2009. Die Spezialisten von Keefe, Bruyette & Woods erwarten dagegen weit höhere Kosten und rechnen mit einem Sprung der Combined Ratios auf 118%. Diese Zusatzauslagen können nicht durch die stabiler laufende Lebens-Rückversicherungssparte kompensiert werden. Unter dem Strich dürfte ein Vorsteuerverlust von 45 Mio Dollar und ein Reinverlust von 103 Mio Dollar zurückbleiben. Etwa in der Mitte bewegt sich die Prognose der Bank Vontobel - hier geht man von einem schmalen Reingewinn von 5 Mio Dollar aus.

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Anleger und Analysten werden bei der Ergebnismeldung zwei Aspekte besonders beachten: Einerseits wartet man auf Kommentare zur Preis- und Schadensentwicklung für 2010. Andererseits darf man gespannt sein, ob und welche Vorkehrungen Swiss Re gegen Ausfälle staatlicher Schuldner im umfangreichen Obligationenportefeuille getroffen hat.