Mit Sulzer und Georg Fischer (GF) präsentieren zwei Industriekonzerne wichtige Eckdaten. Bei Sulzer brach im 1. Halbjahr der Auftragseingang über Erwarten um 31,3% ein. Laut den Vontobel-Analysten lag die Pumpensparte unter den Erwartungen, die anderen drei Sparten, Chemtech, Metco und Turbo Services, leicht darüber. Bis jetzt zeigte sich der Bereich Stromerzeugung stabil, doch auch hier zeichnet sich für das 2. Halbjahr eine Abschwächung ab. Weil die Kapazitätsauslastung abnehmen wird, erwartet man bei Vontobel einen Druck auf die Margen. Die Bank reduziert die Prognosen für Sulzer geringfügig. Die Halbjahreszahlen meldet Sulzer am 24. August. Da Sulzer aufgrund von Kostensenkungsmassnahmen solide finanziert ist und profitabel bleiben dürfte - die Berenberg-Analysten erwarten einen Gewinn von 205 Mio Fr. -, empfehlen sie diese Aktie weiter zum Kauf.

Ende der Verlustphase in Sicht

«Wir haben keine Hinweise auf eine ähnliche Entwicklung bei Georg Fischer, erwarten aber eine gewisse Bodenbildung», sagt ZKB-Analyst Armin Rechberger. Weiter intakt sollte das Geschäft in China sein, wo die Giessereien eine gute Auslastung aufweisen dürften. «Aber das kann die Schwäche in Europa und den USA nicht kompensieren», so Rechberger. Von der Abwrackprämie in Deutschland profitiert GF kaum. «Hier haben vor allem kleine, billigere Autos profitiert, und das ist keine Stärke von Georg Fischer. Der Nutzfahrzeugbereich ist für die Firma wichtig, und hier läuft es bei den grossen Herstellern sehr schlecht.» Indirekt betroffen ist GF auch von der GM-Insolvenz. «Wenn ein Anbieter verschwindet, verteilt sich der Autoverkauf neu auf die verbleibenden. Dann kann es problematisch sein, wenn man nicht mit den Überlebenden einen Liefervertrag hat», sagt Rechberger.

Bei CA Chevreux weist man auf die nachlaufenden Umsätze von GF gegenüber den Autoverkäufen hin. Erst im Sommer soll der Lagerabbau abgeschlossen sein, womit die Phase der operativen Verluste dem Ende zugeht. Da bei GF die Kostensenkungsmassnahmen rasch greifen, dürfte der Verlust im 2. Quartal zurückgehen. Bei CA Chevreux rechnet man für die 1. Jahreshälfte mit einem Umsatz von 1,574 Mrd Fr., einem Betriebsverlust von 52 Mio Fr. und einer negativen Marge von -3,3%. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet, kumulieren sich die Verluste auf 24 Fr. pro Aktie. Für Fischer sind der Cashflow und die Höhe des Nettoumlaufkapitals entscheidend, um die Bedingungen der Banken zu erfüllen und das Restrukturierungsprogramm zu finanzieren. Die Aktie wird von etlichen Analysten zum Verkauf empfohlen.

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