Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag gut in die neue Handelswoche gestartet: Der Leitindex SMI kletterte am Vormittag mit kräftiger Unterstützung des Schwergewichts Nestlé bei 9149 Punkten auf ein neues Jahreshoch, ehe das Rally am Nachmittag von Gewinnmitnahmen bei Roche und Novartis etwas gebremst wurde.

Geschuldet war der Anstieg vor allem den schwergewichtigen Nestlé-Aktien. Der Einstieg des als aktivistisch geltenden Hedefunds Third Point vom Finanzinvestor Daniel Loeb hievte den Lebensmitteltitel auf ein neues Rekordhoch.

Unterstützung durch Börsenschwergewichte

Nestlé macht gut ein Fünftel der Marktkapitalisierung des Leitindex aus. Bis Börsenschluss kletterte der Swiss Market Index (SMI) um 0,98 Prozent auf 9121,22 Punkte. Der breite Swiss Performance Index (SPI) gewann 0,81 Prozent auf 10'358,54 Zähler.

Der SMI kann derzeit von der Unterstützung der Börsenschwergewichte profitieren. Nachdem der Index in der vergangenen Woche von den Kursgewinnen der Novartis-Papiere angeschoben wurde, sorgten am Montag Nestlé (+4,3 Prozent auf 85,65 Franken) für Schub. Der Einstieg des US-Investors Loeb liess die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns im frühen Geschäft gar bis auf das neue Allzeithoch von 86 Franken ansteigen.

Achtgrösster Aktionär

Third Point hat nach eigenen Angaben eine Beteiligung an dem weltgrössten Lebensmittelkonzern gekauft und eine Änderung von dessen Strategie gefordert. Der Anteil von mehr als einem Prozent an Nestlé sei umgerechnet rund drei Milliarden Euro wert. Der Fonds ist damit achtgrösster Aktionär von Nestlé. «Wir sind überzeugt, dass Mark Schneider mit Nestlé hochgesteckte Ziele verfolgt, darunter auch einige, wenn nicht sogar alle von Third Point vorgeschlagenen Massnahmen», kommentierte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy.

Bei Novartis (-0,4 Prozent) wurden dagegen Gewinne mitgenommen, nachdem der Kurs in der Vorwoche noch um mehr als 7 Prozent zugelegt hatte. Die Roche-Papiere büssten ebenfalls 0,4 Prozent ein.

Anzeige

Finanzwerte im Plus

Zu den Gewinnern zählten nebst Nestlé auch die Grossbanken Credit Suisse (+1,1 Prozent) und UBS (+0,6 Prozent). Klar fester beendeten auch weitere Finanztitel wie Bâloise (+1,1 Prozent) oder Julius Bär (+0,9 Prozent) den Tag. Und unter den Zyklikern hatten Kühne+Nagel (+0,9 Prozent) und LafargeHolcim (+0,5 Prozent) am Ende die Nase vorn.

Auf der Verliererseite standen derweil die Papiere von Sika (-1,0 Prozent) und Vifor Pharma (-0,8 Prozent) auf den letzten Plätzen. Und auch die Aktien von Lindt&Sprüngli (-0,3 Prozent) hatten einen schweren Stand.

Verfahren gegen Wurstkartell-Fall eingestellt

Am breiten Markt profitierten die Valoren von Gurit (+1,7 Prozent) von der Gründung eines Joint Ventures zur Produktion von Balsaholz auf der Insel Java, wohingegen die Bell-Aktien (-0,4 Prozent) den Handel im Minus abschlossen. Dabei wurde in Deutschland das Verfahren im sogenannten Wurstkartell-Fall unter anderem auch gegen Bell eingestellt. Eine bereits verhängte Busse über 100 Millionen Euro wird damit hinfällig.

Burckhardt Compression (Aktie: +0,3 Prozent) hat in Kanada eine kleinere Service-Firma zugekauft und seine Präsenz dort verstärkt. Deutlichere Abgaben waren derweil etwa bei Schlatter (-3,3 Prozent) oder Evolva (-4,6 Prozent) zu sehen.

(reuters/sda/mbü/me)