Fast im Wochentakt erreicht der Rohölpreis neue Rekorde. Letzte Woche wurde die 135-Dollar-Marke geknackt. Der Rohölpreis stieg in den letzten Wochen auch dann noch, als der Dollar gegenüber wichtigen Währungen stabil über den Tiefstständen blieb. Damit verteuern sich Treibstoffe für Autofahrer weiter, Fluglinien erhöhen ihre Zuschläge und Emittenten bringen neue Produkte auf Rohöl.

So bringt die UBS drei Exchange Traded Commodities (ETC) auf das in New York gehandelte WTI-Rohöl auf den Markt. Diese werden in drei Währungen gehandelt: Dollar (Valor 3333332), Euro (37066984) und Franken (3706987). Diese drei Preistracker sind open end, haben also keine Fälligkeit vorgesehen, und sind mit Gebühren zwischen 0,72% pro Jahr (für die Franken-Tranche) und 0,3% (für die Dollar-Tranche) verbunden.

Preistracker wie dieser zeichnen die Entwicklung des Basiswertes nach – Käufer machen einen Preisrückgang beim Basiswert deshalb ungebremst mit.

Weitere Verknappung erwartet

Danach sieht es momentan nicht aus, wie aus den jüngsten Berichten der Energy Watch Group (EWG) hervorgeht. Der EWG-Report zeichnet ein Verknappungsszenario, denn seit dem Fördermaximum von 2006 gehe die Produktion laufend zurück. Anders als die ungleich optimistischere Internationale Energieangentur IEA, die von immer weiter erschlossenen und optimal ausgebeuteten Feldern aufgrund höherer Preise ausgeht, stellt die EWG allein auf die tatsächliche Förderung ab. Und die zeigt kaum Spielraum nach oben, obwohl die Nachfrage kontinuierlich steigt. Das Fördermaximum in Russland ist überschritten und der weltgrösste Förderer Saudi-Arabien kann die Leistung nicht mehr steigern.

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Es gibt aber auch Skeptiker, die wie die Analysten der Research-Boutique Cameron Hanover die aktuellen Preise als «Blase» bezeichnen. Dort argumentiert man, dass ein schwächerer Konsum und höhere Preise das Rohöl innert kurzer Zeit drastisch verbilligen könnten, angemessen seien deshalb Preise zwischen 90 und 100 Dollar. Es gibt Stimmen, die sehen sogar wieder ein 80-Dollar-Niveau für die kommenden Jahre voraus, weil nicht nur steigende Nachfrage (aus China) und Konsumzurückhaltung (in den USA) die einzigen relevanten Faktoren für den Rohölpreis sind.

Produkt mit Kapitalschutz

Für solche Käufer könnte ein von Clariden Leu lanciertes kapitalgeschütztes Produkt auf den WTI-Rohölfuture Juni 2011 und auf den Erdgaspreisfuture, ebenfalls mit Fälligkeit Juni 2011 (Valor 4244550), geeignet sein. Der Kapitalschutz dieses in Euro denominierten Produktes liegt bei 95%. Ob der Schutz greift, hängt davon ab, ob die 70%-Barrieren beider Basiswerte während der Laufzeit bis Ende Mai 2011 nie touchiert worden sind. Dann winkt eine Überperformance von 125% – Anleger bekommen also mehr als nur die Kursfortschritte des Basiswertes zurück. Fällt der Preis unter Par, bleibt aber über 70%, wirkt der 95%-Schutz. Und wenn eine der Barrieren berührt wird, werden unabhängig von der weiteren Entwicklung 95% und ein Coupon von 5% zurückbezahlt.

Mit diesem Produkt lassen sich demnach auch die Szenarien auffangen, welche die Anhänger der Rohölpreisblase skizziert haben, und Anleger, die erst jetzt und damit möglicherweise auf einem Höchststand Aktien kaufen, kommen gut weg.