D ie grossen Fiskaldefizite und das Fluten der Finanzmärkte mit Geld wecken Inflationsängste. Zwar liegt die gegenwärtige Inflationsrate bei Null, weil es überall Überkapazitäten gibt und viele Rohstoffpreise seit Sommer 2008 gefallen sind. «Aber wenn uns die Finanzkrise etwas lehrt, dann, dass die zukünftigen Risiken ernst genommen werden, gerade wenn die Alarmglocken bereits schrillen», schreiben die Derivateanalysten der Bank Santander.

Es ist nicht nur das Gelddrucken, was auf eine mögliche Inflation in zwei Jahren hindeutet. Auch könnte sich die Nachfrage auf dem Hintergrund leerer Lager wieder rasch bemerkbar machen. Wenn die Notenbanken zudem anfangen sollten, im Rahmen von Exit-Strategien Geld abzuschöpfen, dürfte es mit stabilen Preisen vorbei sein. Dennoch wäre eine nachfragegesteuerte Inflation laut den Analysten das kleinere Übel.

Schutz von Branche abhängig

Es gibt viele Untersuchungen zum Thema, ob und wie gut Wertpapiere vor Inflation schützen. Eine allgemeine Schutzwirkung bei Aktien gibt es laut den Analysten von Santander nicht, weil es grosse Unterschiede zwischen den Aktien einzelner Branchen gibt.

Besonders gut hielt sich der Energiesektor zwischen 1972, dem Tiefpunkt der Inflation vor dem ersten Ölpreisschock und 1980, als der Rohölpreis nach der Revolution im Iran eine zweite Preisspitze verzeichnete. Ebenfalls relativ gut hielten sich Industrieaktien und Minenwerte. Nur leichte Verluste verzeichneten Finanztitel, während bei vielen weiteren Branchen (Telekom, Healthcare, Konsumgüter und Versorger) die Rückgänge beträchtlich waren. Daher sind Branchenbaskets auf Rohölwerte laut den Analysten eine gute Inflationsabsicherung.

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Basket-Produkte, welche die Preise der Aktien tracken, vermindern zudem das Einzelfirmenrisiko. Auf den EuroStoxx-Energieindex gibt es die Preistracker DEEOE und DJXGY sowie die Bonuszertifikate DB2973 bzw. DB0KU9. Ebenfalls ein Bonus ist BONCF auf den etwas weiter gefassten Stoxx-600-Oil & Gas-Index. Das Bonuszertifikat DJENE basiert auf dem globalen Titan-Energy-Index. Diese Indizes sind transparente Basiswerte, die sich im Vergleich zu Aktienbaskets, welche die Emittenten selber zusammengestellt haben, viel leichter mitverfolgen lassen.

Auf Einzelaktienebene sind die Ölwerte Total, Eni und Royal Dutch Shell dank defensiven Qualitäten und vergleichsweise tiefer Bewertung als Inflationsschutz geeignet. Nicht bewährt haben sich «Multi-Asset»-Produkte in der «Worst-Of»-Variante, auch wenn einzelne Ölwerte beigemischt wurden.

Absichern mit Dividenden

Ein zweites effizientes Absicherungsmittel sind Dividenden. Langfristig hat sich beim S&P 500-Index gezeigt, dass Realdividenden parallel zur Inflationsrate stiegen. Bei Versorgern und Telekom-Netzbetreibern entschädigte in den 70er-Jahren eine steigende Dividende für fallende Aktienkurse. Dividenden sind historisch nur in Phasen grosser Depressionen massiv in allen Sektoren gekürzt worden. Deshalb sind laut den Santander-Analysten die Dividendenfutures auf den EuroStoxx-50-Index für institutionelle Anleger ein ausgezeichneter Schutz vor Inflation. Hierzu gibt es eine Reihe von Produkten, die auf dividendenstarken Aktien basieren. STOXD und SDIT sind zwei Preistracker auf den EuroStoxx Select Dividend 30 Index.