In den USA sind Kreditkarten sowohl eine bedeutende Einkommensquelle für Banken als auch eine der wichtigsten Möglichkeiten für Verbraucher, sich Geld auszuleihen. Sorgen bereitet der Zentralbank allerdings, dass bei den US-Banken Ende Oktober 976 Mrd Dollar an Konsumentenkrediten überfällig waren - das meiste davon Kreditkartenschulden. Ende des 3. Quartals waren 4,9% der Kreditkarteninhaber mit ihren Zahlungen in Verzug - die höchste Rate seit Ende 2000.

Zugleich haben Kreditkartenunternehmen in den vergangenen Monaten ihre Zinsen bei bestimmten Karten erhöht, um Verluste in anderen Bereichen auszugleichen. So benachrichtigte Citigroup kürzlich eine Reihe ihrer Kunden, dass deren Zinsen um durchschnittlich 3 Prozentpunkte ansteigen würden. American Express kündigte ebenfalls Pläne an, die Zinssätze einiger Kunden um 2 bis 3% auf jährlicher Basis zu erhöhen.

Die Regulierungsbehörden wollen diesen Bestrebungen nun einen Riegel vorschieben. Neue Regeln sollen Banken künftig daran hindern, die Zinssätze bei existierenden Kreditkartenkonten zu erhöhen, solange ein Kunde nicht mehr als 30 Tage säumig ist. Branchenvertreter schätzen, dass die Umsetzung der geplanten Regeln die Banken pro Jahr 12 Mrd Dollar an Einnahmen kosten wird. Die von der Zentralbank, der Sparkassenaufsichtsbehörde und der National Credit Union Administration entworfenen Bestimmungen benötigen keine Zustimmung des Kongresses und sollen Mitte 2010 in Kraft treten - früher, als Banken gehofft haben.

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Kreditgeber warnten, dass die neuen Regeln sie zwingen könnten, die Kreditvergabe an viele gering und durchschnittlich verdienende Amerikaner einzuschränken. Mehr als 16000 Unternehmen - inklusive der Branchenriesen wie Citigroup, Bank of Amerika oder JP Morgan - wären von den geplanten Änderungen betroffen.