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Neuer Chef für Novartis: Optimismus bei Anlegern

Novartis-Campus in Basel: Der neue Chef steht für Kontinuität. Keystone

Mit Vas Narasimhan bekommt Novartis wieder einen Pharmamann an die Spitze. Während die Aktie zunächst nachgab, rechnen Analysten mit einer Erholung.

Veröffentlicht am 04.09.2017

Der designierte Novartis-Konzernchef Vas Narasimhan wird wohlwollend zur Kenntnis genommen, da er als Interner Kontinuität und Branchenkompetenz verheisst. Er betritt die Brücke eines soliden Konzerns mit einigen Baustellen bei unruhigen Verhältnissen.

Marketingspezialist Jimenez war 2010 überraschend zum Novartis-Konzernchef ernannt worden, als Daniel Vasella sein kritisiertes Doppelmandat als CEO und Präsident aufgab und sich auf das Präsidium konzentrierte. Der 1959 geborene US-Bürger Jimenez, der erst drei Jahre zuvor vom Ketchup-Riesen Heinz zu Novartis gestossen war, wurde damals dem Kronprinzen Jörg Reinhardt - COO und Diagnostika-Chef - vorgezogen.

Signal für Kontinuität

Mit dem 17 Jahre jüngeren Vas Narasimhan, der seit 2005 bei Novartis ist, bekommt der Basler Konzern nun wieder einen Pharmamann an die Spitze, zudem aus dem eigenen Haus - ein Signal für Kontinuität. Das kommt gut an; so sieht etwa ZKB-Analyst Michael Nawrath den neuen Chef als «exzellente» Wahl. Narasimhan werde wohl Rückstände etwa in der Immunonkologie oder bei der Targeted Therapie wettmachen.

Für die Credit Suisse ist Narasimhan ein würdiger Nachfolger, der als Forschungs- und Entwicklungschef bereits grössere Erfolge für sich habe verbuchen können. Laut der Bank Vontobel hat Novartis das Pharmageschäft durch die kürzliche Reduktion von sechs auf drei Geschäftseinheiten erheblich gestärkt.

Novartis-Aktie gibt nach

Analysten rechneten auch mit einer Erholung von ersten Kursverlusten nach der Ankündigung des CEO-Wechsels. Die Novartis-Titel hatten am Montag bis um 17.30 Uhr um 0,99 Prozent auf 80,05 Franken nachgegeben. Sie spekulieren auf mögliche grössere Veränderungen, die ein neuer Chef bringen könnte. Im Fokus stehen etwa alte Forderungen aus dem Aktionariat nach einem Verkauf des an Roche gehaltenen Aktienpakets oder einer Alcon-Abspaltung.

Dass Novartis' Augenheilmittelsparte namens Alcon bis heute nicht brilliert, wird auch Jimenez angelastet. Diese US-Firma für 51,6 Milliarden Dollar Nestlé abzukaufen - als damals grösste Übernahme in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte - war noch unter Vasella aufgegleist und just zu Jimenez' Beginn als CEO vollzogen worden.

Unter Jimenez nicht rentabler geworden

Manche Beobachter hätten sich nun eher einen Nachfolger von ausserhalb des Unternehmens gewünscht, der neue Impulse bringt. Dass Jimenez nach bald acht Dienstjahren abtritt, überrascht nicht alle. Einen konkreten Grund nennt der Konzern nicht; Jimenez wolle nach zehn Jahren in der Schweiz mit seiner Familie in die USA zurückkehren.

Ohne auf Währungseffekte, Regulierungsfolgen, Zu- und Verkäufe sowie Patentzyklen einzugehen, ist Novartis unter Jimenez' Führung nicht rentabler geworden: Unter dem Strich hat der Konzern im Vergleich der Jahreszahlen 2009 und 2016 zwar den Umsatz um 9,5 Prozent gesteigert, aber einen Fünftel weniger Reingewinn erzielt.

Rechtfertigungs- und Kostendruck

Die Pharmabranche steht unter zunehmendem Rechtfertigungs- und Kostendruck, da steigende Gesundheitskosten in vielen Ländern den Ruf nach billigeren Medikamenten laut werden lassen. Derweil steigt der Forschungsaufwand für neue Wirkstoffe. Novartis ist mit 119'000 Angestellten weltweit tätig; die Produkte des Konzerns werden in 155 Ländern verkauft.

(sda/cfr/me)

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