Der Goldpreis ist zwischenzeitlich auf ein neues Rekordniveau von 1257.85 Dollar je Feinunze geklettert. Damit wurde das letzte Rekordhoch von Anfang Juni bei 1251.20 Dollar deutlich übertroffen.

Händler begründeten den Anstieg mit dem wegen der Schuldenkrise anhaltenden Interesse von Investoren an dem als sicherer Hafen geltenden Edelmetall. Der Gold-Future markierte mit 1257,5 Punkten ebenfalls eine Bestmarke. Ein weiterer Grund für die anhaltend feste Tendenz am Goldmarkt ist auch der zuletzt wieder schwächere Dollar. Eine schwache Währung verbilligt traditionell Gold für Investoren ausserhalb des Dollar-Raums und stützt damit die Nachfrage. Die Haupttreiber hinter der Hausse beim Gold seien jedoch nicht die Währungen, sondern die dahinterstehenden fundamentalen Probleme, insbesondere in Europa, sagt Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann.

Durchwachsene US-Daten

Zur Verunsicherung rund um den alten Kontinent hat dabei die Aussicht auf die Veröffentlichung des Bankenstresstests in Europa noch zusätzlich beigetragen. Dieser könne, so die Befürchtung am Markt, tiefere Probleme im Finanzsektor aufdecken. Hinzu kamen Sorgen über ein schwächeres Wirtschaftswachstum in den USA und China, den beiden grössten Verbrauchern von Öl und Kupfer. Auslöser waren laut Händlern zuletzt durchwachsene US-Konjunkturdaten sowie Aussagen von Seiten Chinas. Dies hatte auch einigen Einfluss auf die Notierungen anderer Rohstoffe.

Opec hält Ölpreis hoch

So setzte sich beim Kupfer der Preisrutsch fort. 1 t des Industriemetalls verbilligte sich um 1% auf 6377 Dollar und büsste damit seit Monatsbeginn bereits gut 8% an Wert ein. Das Fass Öl der Sorte WTI verbilligte sich um 0,8% auf 76 Dollar. Nordseeöl der Sorte Brent wurde mit 77.80 Dollar 1% niedriger gehandelt.

Nach Einschätzung der Experten der LBBW dürfte der Ölpreis jedoch schon bald wieder steigen und könnte sich im nächsten Jahr wieder Richtung 100 Dollar bewegen. Es sei zu erwarten, dass die hohen US-Lagerbestände abgebaut würden, so LBBW-Analyst Frank Schallenberger.

Ausserdem dürfte die Nachfrage aus Schwellenländern wie China weiter sprunghaft zulegen. «Auf der Angebotsseite hält beispielsweise die Opec als weltweit wichtigster Öllieferant das Angebot knapp», erklärte der Experte. «Zudem dürfte das Öldesaster im Golf von Mexiko generell die Vergabe von Bohrlizenzen in Zukunft einschränken und die Kosten erhöhen.»

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