AGROCHEMIE. Dem Trend zu Biokraftstoffen und dem wachsenden Nahrungs- und Futtermittelbedarf sei Dank: Die Preise von Agrarrohstoffen steigen. Bauern investieren damit mehr in Saatgut und Pflanzenschutz was die Agrochemiekonzerne freut.

Branchenleader Syngenta wird am 18. Oktober 2007 das Resultat zum 3. Quartal vorlegen. Analysten erwarten, dass der Umsatz um 9% auf 1,54 Mrd Fr. wächst. Syngenta dürfte allerdings beim Saatgut für Mais gegenüber Monsanto weitere Marktanteile verloren haben, sagt Helvea-Analyst Martin Flückiger. Der US-amerikanische Konkurrent steigerte den Umsatz im 3. Quartal um 13% auf 1,57 Mrd Dollar, unter anderem dank des florierenden Geschäfts mit Mais in den USA. Im US-Maismarkt sind rund 60% der Produkte gentechnisch verändert. Der grösste Saatguthersteller, Monsanto, hat schon früh auf Gentechnik gesetzt und ist Technologieführer.

Mehr auf Saatgut setzen

Auch Syngenta wird in diesem und dem nächsten Jahr neues genmodifiziertes Saatgut auf den Markt bringen. Damit dürfte Syngenta im Jahr 2008 beim Saatgut für Mais den Vorsprung von Monsanto verringern, erwartet Flückiger. Der in Basel ansässige Agrochemiekonzern will den Umsatzanteil des Bereichs Saatgut mittelfristig deutlich ausbauen. In der Sparte Pflanzenschutz ist Syngenta dagegen bereits heute führend. Diese «Cash-Cow» werde von den Investoren jedoch weniger wahrgenommen, erklärt Rocchino Contangelo, Analyst bei Landsbanki Kepler. Dagegen würde eine Übernahme im Bereich Saatgut den Aktienkurs beflügeln. In diesem Jahr hat der Titel rund 17% zugelegt, während Monsanto etwa 75% gewonnen hat. Diese Kurssteigerung sei vor allem der Technologieführerschaft zu verdanken, so Contangelo. Monsanto ist mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 38,1 für 2008 bereits rund doppelt so hoch bewertet wie Syngenta mit einem KGV von 18,8. Dennoch schätzen Analysten die beiden Aktien etwa ähnlich attraktiv ein: Syngenta empfehlen 65% zum Kauf, bei Monsanto sind es hingegen 57%.

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