Frühes Handeln zahlt sich aus. Wenn am 3. Juni der Genfer Elektrokomponenten-Hersteller Lem sein Jahresergebnis präsentiert, dürfte diese Losung wieder einmal bestätigt werden. Denn das Unternehmen hat die Krise frühzeitig erkannt und reagierte bereits Ende 2008 mit entsprechenden Sparmassnahmen. Trotz eines deutlichen Umsatzrückgangs wegen der Krise ist es Lem dadurch gelungen, die Ebit-Marge auf einem ansprechenden Niveau zu halten und nun, mit der im 2. Halbjahr 2009 einsetzenden Erholung, wieder auf den Wachstumskurs zurückzufinden. Für das Ende März abgeschlossene Geschäftsjahr 2009/10 wurde ein Umsatzziel zwischen 170 und 180 Mio Fr. ausgegeben, wobei der tatsächliche Wert näher bei der Obergrenze liegen soll. Erwartet wird zudem ein Betriebsgewinn in der Höhe von 25 Mio Fr.

Diversifikation zahlt sich aus

Neben der frühzeitigen Reaktion auf die Wirtschaftskrise profitiert der Genfer Komponenten-Hersteller von der Ausrichtung auf die asiatischen Märkte, der Diversifikation in die Märkte Industrie, Energie & Automation, Bahntechnik sowie Automobil und der unterschiedlichen Konjunkturabhängigkeit dieser Tätigkeitsgebiete. Denn während das Unternehmen im Industrie- und Automobilsegment deutliche Einbussen verkraften musste, erwies sich insbesondere das Bahntechnikgeschäft als krisenresistent. Ebenfalls erfreulich entwickelte sich der Markt für erneuerbare Energien.

Angesichts der Erholung in den Märkten, die wieder auf das Niveau vor der Krise zurückkehren, und dank der niedrigen Kostenbasis sowie gut gefüllten Auftragsbüchern kann Lem zuversichtlich in die Zukunft blicken. Diese beginnt bereits am 1. Juli, wenn mit François Gabella der neue CEO die Führung des Unternehmens übernimmt. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, wird der altershalber zurücktretende bisherige CEO, Paul van Iseghem, den neuen Lem-Chef und den Verwaltungsrat bis Ende Jahr unterstützen.

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Seit Anfang 2010 haben die Titel von Lem mehr als 20% auf gut 340 Fr. zugelegt. Wegen des stolzen Preises der Aktien, die bereits wieder auf dem Niveau vor der Krise notieren, stuft Vontobel-Analyst Andreas Escher die Papiere auf Halten ein.

Starker Auftragseingang

Bereits Mitte Mai hat der Hersteller von Komponenten zur Prüfung von elektromagnetischer Verträglichkeit, Schaffner, sein 1.-Semester-Resultat für das am 30. September endende Geschäftsjahr 2009/10 veröffentlicht. Beim Auftragseingang erreicht die Firma wieder die Niveaus vor der Wirtschaftskrise, obwohl sich noch nicht alle Märkte erholt haben. Entsprechend optimistisch blickt Schaffner in die Zukunft. «Die Ergebnisse sind numerischer Ausdruck der Tatsache, dass das Unternehmen gestärkt aus der Krise kommt», ist Escher überzeugt.

Wie bei Lem hat sich auch bei Schaffner die starke Nachfrage in den asiatischen Märkten nach erneuerbaren Energien und nach Bahntechnik positiv bemerkbar gemacht. Der Bahn-Boom im chinesischen Markt, an dem Schaffner über die Sparte Power Quality beteiligt ist, dürfte sich auch im 2. Halbjahr günstig auswirken.

Erfreulich entwickeln sich laut Schaffner die Verkäufe in der Automobilindustrie. Angesichts des Trends hin zu Hybrid- und Elektroautos dürfte dieser Bereich weiter an Bedeutung gewinnen. Etwas weniger dynamisch zeigt sich das Geschäft mit EMV-Filtern für die Photovoltaik. Aufgrund der anstehenden Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom ist der Trend in Deutschland ungewiss.

Mit den 1.-Halbjahres-Zahlen hat Schaffner die Erwartungen der Analysten weitgehend übertroffen. Dennoch empfiehlt die Mehrheit, die Titel zu halten.