Contracts for Differences (CFD) sind in Grossbritannien weit verbreitet und zum Retail-Anleger-Hebelprodukt schlechthin geworden. Jetzt schicken sich einige Banken wie die Saxobank und ABN Amro an, diese Produkte auch in der Schweiz zu vermarkten. Andere, wie Goldman Sachs, haben sich an Firmen, die in diesem Bereich tätig sind, wie CMC Markets, beteiligt.

CFDs ermöglichen es Anlegern ähnlich wie bei Optionen, auf bestimmte Richtungen (steigende bzw. fallende Kurse) zu setzen oder Positionen abzusichern. Diese Produkte sind sehr einfach konstruiert und haben – theoretisch – eine unbegrenzte Laufzeit. CFD folgen den Preisen der Basiswerte eins zu eins.

Parallelen zu Optionen

Aber ähnlich wie bei Optionen lässt sich mit wenig Einsatz ein grosser Hebel bewegen. Dieser Einsatz wird hier «Margin» genannt, man bezahlt damit lediglich die Differenz zwischen einem Ausübungspreis und dem Preis des CFD. Weil CFD praktisch eine kreditfinanzierte Anlage sind, fallen Finanzierungskosten bei den Long-Versionen der CFD an (die einem Knock-out-Call entsprechen), bei entsprechenden Short-Produkten, die das Äquivalent von Puts sind, wird dem Anleger Geld gutgeschrieben.

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Anwender, die einige Erfahrungen mit CFD und Knock-Out-Produkten gemacht haben, zählen einige Vorteile der CFD auf. So sind der Handel und die Abwicklung viel einfacher als bei Online-Brokern und Banken. Beim Anruf genügt die Angabe von Geburtsdatum, Passwort und Kontoinformation als Ausweis. Dann erhalten Anleger eine Software, mit der sie Kurse realtime verfolgen können. Ordergebühren fallen nicht an, die Spreads (die Differenzen zwischen Kauf- und Verkaufpreisen) liegen mit zwei Basispunkten auf der Höhe von Calls und Puts. Die Auswahl ist im Gegensatz zum Optionsmarkt einfach, weil man nicht unter tausenden von Scheinen einen optimalen (hinsichtlich der Laufzeit, Knock-out-Schwelle und Gebühren) heraussuchen muss. Hinzu kommen weitere Features wie ein Einstieg bei 7700 Punkten, auch wenn der SMI aktuell darunter liegt, und ein sofortiges Setzen von Stop-Lossen, um Gewinne sicherzustellen, ohne dass Anleger ihre Positionen dauernd überwachen müssen.

Die Preisfestsetzung wird übereinstimmend als einfach und transparent geschildert. Im Gegensatz zu Derivaten von Banken, wo Gebühren und Kosten teilweise wenig transparent in die Preise der Produkte einfliessen, werden von CFD-Händlern die Gebühren separat berechnet und dem Anleger belastet. Gap-Risiken (wenn der Eröffnungskurs eines Index oder einer Aktie unter dem Schlusskurs des Vorabends liegt und dazwischen ein Ausübungspreis war) lassen sich beispielsweise gegen eine kleine Gebühr absichern. Und die Handelssoftware spielt zudem aktuelle kursrelevante Meldungen laufend ein.

Nachteilig ist, dass nicht nur die 1000 Fr., die man vielleicht für einen bestimmten CFD eingesetzt und verspekuliert hatte, weg sein können, sondern dass auch das weitere, eventuell noch auf dem Konto liegende Geld angegriffen wird. Man kann also, anders als bei Knock-out-Optionen, mehr Geld verlieren, als man eingesetzt hat. Erst wenn das Konto leer geräumt ist, wird alles versetzt, denn theoretisch kann ein Anleger dauernd «nachschiessen», wenn er von seiner Position überzeugt ist, aber momentan gerade falsch liegt.

Gewinne immer abziehen

Auf dem Hintergrund der aktuellen Unsicherheiten um die Sicherheit von Banken ist es den angefragten CFD-Anlegern nicht klar, wie sicher die Gelder wären, wenn ein CFD-Anbieter in Liquiditätsschwierigkeiten geriete. Ein Anleger rät dazu, jeweils immer Gewinne abzuziehen – für alle Fälle.

CFD werden aufgrund der Verlustrisiken als noch etwas riskanter geschildert und beschrieben als konventionelle Knock-out-Produkte und sollten lediglich von sehr erfahrenen und risikofähigen Anlegern verwendet werden. Denn so einfach, wie es in der Werbung einiger CFD-Anbieter vorgegaukelt wird, ist der Weg zum Millionär nicht.