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Notenbanken verteilen Dollar

EZB-Chef Jean-Claude Trichet. (Bild: Keystone)

Um mögliche Engpässe auf dem Dollar-Geldmarkt zu vermeiden, haben weltweit führende Zentralbanken vor, in einer konzertierten Aktion Banken mit Dollar versorgen.

Veröffentlicht am 15.09.2011

Weltweit führende Notenbanken wollen möglichen Engpässen auf dem Dollar-Geldmarkt bereits im Vorfeld vorbeugen. Hierzu sollen den Geschäftsbanken zusätzliche Refinanzierungsgeschäfte in Dollar angeboten werden, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB), die Europäische Zentralbank (EZB) und die Zentralbanken Grossbritanniens und Japans am Donnerstag mitteilten.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird ab Oktober in Absprache mit den anderen Zentralbanken und der Federal Reserve US-Dollar-Liquidität mit einer Laufzeit von 84 Tagen offerieren. Damit sollen die Bedürfnisse über das Jahresende gedeckt werden, wie die SNB schreibt. Die entsprechenden Auktionen werden laut SNB zusätzlich zu den Auktionen für 7-tägige US-Dollar-Liquidität durchgeführt werden. Die erste Auktion für 84-Tage-Dollar-Liquidität ist für den 12. Oktober 2011 geplant.

Positive Reaktion der FInanzmärkte

«Nicht zuletzt Gerüchte um Engpässe bei einzelnen europäischen Banken dürften ausschlaggebend für die Massnahme gewesen sein», kommentierte Experte Rainer Satoris von HSBC Trinkaus. Im Euroraum haben vor allem Banken aus finanzschwachen Ländern Probleme, sich am US-Geldmarkt mit Dollar-Liquidität einzudecken.

Die Finanzmärkte reagierten sehr positiv auf die Ankündigung: Die Aktienmärkte konnten ihre starken Gewinne nochmals ausbauen. Vor allem Bankenwerte konnten deutlich zulegen. Auch der Schweizer Markt stieg zwischenzeitlich auf ein Tageshoch von 5493 Punkte.

Der Euro legte in der Folge der Ankündigung einen Kurssprung von zeitweise eineinhalb Cent hin und stieg bis auf 1.3936 Dollar. Auch der Franken verstärkte sich zum Dollar: Die US-Währung rutschte gegenüber dem Kurs vom Vormittag um über einen Rappen und notiert weiterhin unter 0.86 Franken.

(laf/awp)

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