Die Schweizer Börse hat zur Wochenmitte schwächer tendiert. Der Markt wurde vor allem von den Kursverlusten bei den schwergewichtigen Novartis-Aktien belastet. «Unter Ausklammerung von Novartis wäre der Markt kaum verändert. Gewinner und Verlierer halten sich ansonsten die Waage», sagte ein Händler. Der SMI sank um 0,3 Prozent auf 8943 Zähler. Am Dienstag war der Leitindex um 0,4 Prozent gefallen.

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Da am Dienstag an der Wall Street der Handel wegen des US-Nationalfeiertags geruht hatte, vermissten Händler kursweisende Impulse. Auch in Fernost bewegten sich die Aktienkurse in engen Spannen. Für eine gewisse Nervosität hatte laut Händlern der Raketentest Nordkoreas vom Dienstag gesorgt.

Fokus auf Fed-Sitzung

Für Bewegung könnte das für den Abend erwartete Protokoll der jüngsten Offenmarktausschusssitzung der US-Notenbank sorgen. Dabei sei der Fokus auf Angaben zum Abbau der Bilanzsumme der Fed gerichtet, sagte ein Händler.

Weitere Impulse erwarten die Marktteilnehmer von den am Donnerstag und Freitag anstehenden Arbeitsmarktdaten und dem ISM-Einkaufsmanagerindex. «Sollten die Daten besser als erwartet ausfallen, könnte dies den Märkten endlich wieder die nötigen Aufwärtsimpulse geben», sagte der Börsianer. Kommende Woche dürfte zudem die in den USA beginnende Bilanzsaison frischen Wind an die Märkte bringen. Den Anfang machen die Banken.

Novartis-Titel unter Druck

Unter Druck standen die Aktien von Novartis mit minus 1,3 Prozent. Credit Suisse hat den Pharmawert auf «Underperform» von «Neutral» herabgesetzt. Das Kursziel betrage weiter 77 Franken. Der Anteil von Rivale Roche ermässigte sich um 0,6 Prozent. Der Pharmariese bringt einen vollautomatischen diagnostischen HIV-Test auf den Markt. Damit könnten Gesundheitsfachkräfte HIV-1 von HIV-2 unterscheiden und so die Behandlung verbessern. Eine Infektion kann zudem schneller nachgewiesen werden, als bislang.

Die Aktien von Idorsia schwächten sich um ein Prozent ab. Der Titel des Börsenneulings hatte am Dienstag erstmals seit dem Börsenstart Mitte Juni an Wert eingebüsst. Der Anteil der Forschungsfirma hatte sich seit der Abspaltung vom Biotech-Unternehmen Actelion verdoppelt.

Die Aktien von Clariant verloren ein Prozent. Der Chemiewert war am Vortag um drei Prozent gestiegen. Grossaktionärs White Tale, hinter dem der aktivistische Investor Corvex und die US-Firma Standard Industries stehen, torpediert die geplante Fusion zwischen Clariant und dem US-Konkurrenten Huntsman. Die Transaktion bewerte Clariant zu tief und sei strategisch falsch, erklärte ein Sprecher des Clariant-Aktionärs. Dies hatte spekulative Käufer angelockt.

Finanzwerte im Aufwind

Andere zyklische Titel zeigten keinen klaren Trend: Die Aktien des Personalvermittlers Adecco sanken um 0,6 Prozent und die Sanitärtechnikfirma Geberit wurden um 0,2 Prozent tiefer gehandelt. Der Elektrokonzern ABB gewann 0,4 Prozent und der Uhrenhersteller Swatch 0,8 Prozent. LafargeHolcim war unverändert.

Im Aufwind waren die Finanzwerte. Die Aussicht auf steigende Renditen lasse die Banktitel attraktiv erscheinen, hiess es. Die Papiere von Credit Suisse stiegen um 0,7 Prozent und UBS gewannen 0,6 Prozent. Die Versicherer zogen mehrheitlich an. Zurich aber schwächten sich um 0,1 Prozent ab.

Am breiten Markt waren die Anteile von Maschinen- und Anlagenbauern gefragt: Phoenix Mecano, Rieter und Meyer Burger gewannen rund zwei Prozent.

Die Aktien von Airopack stiegen um 1,4 Prozent. Der Sprühdosenhersteller hat die bereits im Juni angekündigte Kapitalerhöhung abgeschlossen und netto rund 12,7 Millionen Franken eingenommen. Die rund 1,23 Millionen Titel seien zu je 10,65 Franken privat platziert worden. Die Titel von Aryzta verloren ein Prozent. BlackRock hat seine Beteiligung leicht auf 2,97 Prozent reduziert.

(reuters/cfr/me)