Die Schweizer Börse hat am Mittwoch infolge des schwachen US-Wachstums ihre Talfahrt beschleunigt. Angeführt von kräftigen Kursverlusten der Marktschwergewichte Nestle, Novartis und Roche rutschte der SMI tief ins Minus. Der Standardwerteindex sank um 1,7 Prozent auf 9105 Punkte.

Die BIP-Zahlen setzen die jüngste Serie enttäuschender amerikanischer Wirtschaftsdaten fort. Der starke Dollar und der strenge Winter bremsten die US-Wirtschaft zu Jahresbeginn aus. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im ersten Quartal mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 0,2 Prozent zu. Ökonomen hatten mit 1,0 Prozent Anstieg gerechnet. Am Vortag hatten schwache Konsumklimazahlen und die Unsicherheit über das weitere Vorgehen der amerikanischen Notenbank Aktienverkäufe auf breiter Front ausgelöst. Ökonomen zufolge wird es wahrscheinlicher, dass die Fed die Zinsen erst gegen Jahresende wieder anhebt. Das Ergebnis der laufenden Zinssitzung wird nach Handelsschluss in Europa veröffentlicht.

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Auch die griechische Schuldenkrise macht die Anleger weiterhin nervös, sagte ein Händler. Nach dem Vormarsch der vergangenen Wochen müsse sich erst weisen, ob der Markt die Kursgewinne konsolidiere und dann weiter zulege oder ob eine stärkere Korrektur drohe.

Basler Pharmafirmen verlieren deutlich

Die an sich als krisenfest geltenden Pharmawerte Novartis und Roche verloren 2,9 und 1,8 Prozent. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle büssten zwei Prozent ein. Die Schwergewichte geraten in einem Abwärtstrend im Sog von Futures-Verkäufen oft unter Abgabedruck.

Auf der Gewinnerseite stachen Swisscom mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 555 Franken heraus. Citigroup erhöhte das Kursziel für die Aktien des Telekomkonzerns auf 700 von 640 Franken und empfiehlt die Titel zum Kauf.

Swatch: Plus 0,8 Prozent

Unterschiedlich reagierten die Luxusgüterwerte auf die soliden Umsatzzahlen des französische Hermes-Konzerns. Richemont-Aktien verloren 1,2 Prozent, die Titel des Uhrenherstellers Swatch dagegen legten 0,8 Prozent zu.

ABB rutschten nach einem volatilen Handel 0,9 Prozent ab. Der Elektrotechnikkonzern veröffentlichte einen über den Erwartungen liegenden Quartalsgewinn. Händler erklärten, die Anleger sorgten sich um die Auswirkungen des tiefen Ölpreises und des Währungsumfelds.

Adecco mit dem grössten Minus

Das grösste Minus unter den Standardwerten verzeichneten Adecco mit 3,6 Prozent Abschlag. Der Verlust war allerdings zum überwiegenden Teil der Dividendenauszahlung geschuldet. Nachdem Goldman Sachs am Vortag die Titel des Personalvermittlers auf «Buy» hochgestuft hatte, stockten die Anleger ihre Positionen weiter auf, sagten Händler.

(reuters/ise/chb)