Die Aktienperformance der Telekomausrüster fiel 2008 höchst unerfreulich aus. Alcatel-Lucent und Nokia sahen ihre Kurse um 69 bzw. 58% fallen, weit stärker als der Vergleichsindex DJ Stoxx-Technologie. Und auch die Titel von Branchenprimus Ericsson büssten 23% ein, obwohl die Firma den Umsatz nach neun Monaten ausweiten und die Marge verbessern konnte.

Vergangene Woche hat Ericsson mit einem Jahresergebnis überrascht, welches weit besser als erwartet ausgefallen ist. Der Jahresumsatz von 19,4 Mrd Euro lag 18% über dem Konsens, die Betriebsgewinnmarge erreichte 9%, in einem Umfeld, wo andere Anbieter wie Nokia Siemens Networks oder Alcatel an der Profitabilitätsgrenze arbeiten. Das Geschäft mit Infrastruktur für Handynetze, wo Ericsson der weltweit grösste Anbieter ist, zeigte keine Zeichen von Schwäche und das Servicegeschäft verzeichnete ein geradezu explosives Wachstum. Dennoch soll, wegen des in die Verlustzone geratenen Joint Venture SonyEricsson, die Dividende um ein Drittel gekürzt werden. Zudem sind Kostenkürzungen und Personaleinschnitte geplant.

Ericsson gilt als Sektorfavorit

Während Ericsson offiziell keine Prognose für 2009 abgab, sagte das Management an der Analysten-Konferenz, dass es unvernünftig wäre, davon auszugehen, dass der Geschäftsgang in diesem Jahr von der Finanzkrise verschont bliebe.

Das erfreuliche Ergebnis von Ericsson hat der Aktie zu einem Plus von 11% verholfen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12 sind die Titel nun deutlich teurer bewertet als jene der anderen Ausrüster. Die Analysten von SEB Enskilda haben das Kursziel erhöht und empfehlen die Titel zum Kauf. Ericsson gilt als Sektorfavorit und sei deutlich attraktiver als Nokia, wo rückläufige Handyverkäufe den Kurs belasten oder Alcatel-Lucent, das eine chronische Restrukturierungsbaustelle darstelle.

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Der Kurssprung bei Ericsson hat auch die Notierungen von Call Warrants wie ERIMA, DB75UE oder DB75UF nach oben gezogen. Ebenfalls zulegen konnte der Sprinter SERIB mit Plus 55%. Der Long-Mini-Future MERIG reagiert dagegen kaum. Mit der Short-Variante MERIT können sich Anleger gegen mögliche Kursrückschläge im 2009 absichern.Die Nokia-Aktie ist nicht nur in unzähligen Multi-Asset-Produkten vertreten, auch knapp 30 Hebelprodukte ermöglichen Richtungswetten. Derzeit sind Calls wie NOKKV, NOKVO oder NOKVL gesucht, aber auch Puts wie NOKQL und NOKBX, die beide deutlich im Geld liegen und sowohl Schutz gegen weiter fallende Kurse als auch die Umsetzung von Strategien mit tieferen Aktienkursen ermöglichen. Gut 20 unterschiedliche Produkte werden von den verschiedenen Emittenten angeboten. Mit diesen haben die Anleger aber zumeist Geld verloren. Eine Ausnahme bildet der seit November erhältliche «Defender Vonti» VON8VS, der noch leicht in der Gewinnzone notiert.

Alcatel-Lucent Puts im Geld

Auf Alcatel-Lucent wurden insbesonders bei ALUVY, ALUVX, ALUVW und ALUVT einige Umsätze verzeichnet. Diese vier Calls mit Ausübungspreise zwischen 4.75 und 5.25 Euro eignen sich indes nur für risikofähige Anleger mit kurzfristigen Strategien, da der Verfall im März oder Juni erfolgt und der aktuelle Kurs der Aktie mit 1.55 Euro so tief ist, dass ein veritables Kursfeuerwerk nötig wäre, um die Scheine zurück in die Gewinnzone zu bringen. Der Kurszerfall hat bewirkt, dass Puts wie ALUPV, ALUPE oder ALUPZ im Geld notieren, spricht der Ausübungspreis über dem aktuellen Kursniveau liegt.