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Diese Strategie empfiehlt sich für Anleihenkäufe

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Wall-Street-Händler: Die US-Wirtschaft wächst robust.Quelle: Keystone

Die Wirtschaft wächst und die Zinsen dürften tief bleiben. Dies spricht laut unserer Autorin für Anlagen in Unternehmensanleihen mit US-Fokus.

Von Christel Rendu de Lint*
am 05.01.2018

Das neue Jahr startet unter guten Vorzeichen, denn die Wirtschaftstätigkeit fällt nach wie vor kräftig aus und das Wachstum entwickelt sich in allen Regionen synchron. Auch fällt die Inflation weder zu hoch noch zu niedrig aus, weshalb die Zentralbanken bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik ihre vorsichtige und graduelle Vorgehensweise beibehalten können.

Dieses Umfeld spricht für Anlagen in Unternehmensanleihen und eine moderate Ausrichtung auf US-Zinsen.

Vorsichtiger Kurs der Zentralbanken

Trotz robuster Fundamentaldaten sind viele Anleger dennoch beunruhigt: die Expansion der USA ist von aussergewöhnlich langer Dauer – es ist die drittlängste der Nachkriegszeit, weshalb viele glauben, dass ein Abschwung bevorsteht. Die Expansion könnte sich noch lange fortsetzen: die Fed-Mitglieder sind der Ansicht, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Expansion nach 80 und nach 40 Monaten zu Ende geht, genau gleich hoch ist.

Oder anders ausgedrückt, Wachstumsphasen sterben nicht einfach an Altersschwäche. Es sind meist exogene und per Definition unberechenbare Schocks, die ihnen den Garaus machen oder eine schlecht gesteuerte Geldpolitik.

Löhne steigen nicht stark

Während es schwierig ist, exogene Schocks zu prognostizieren, bietet die Zentralbankpolitik in der Regel hohe Visibilität. Da sich im gegenwärtigen Expansionszyklus Wachstum, Inflation und Zinsen auf niedrigerem Stand als in früheren Zyklen befinden, können wir das Szenario einer übertrieben strikten Haushalts- und Geldpolitik verwerfen.

Die Lohnteuerung hält sich angesichts abnehmender Produktivitätsraten in Grenzen, weshalb die Fed und EZB einen vorsichtigen Kurs fahren können.

Zinsen dürften tief bleiben

Unter diesen Umständen dürften die Zinsen wahrscheinlich nicht hochschnellen. Die Bewertungen bleiben aber das zentrale Problem. Noch sind die Kreditspreads interessant, doch ein weiser Investor täte gut daran, seine Anlageentscheide nach eingehender Analyse zu treffen.

Anleger können beispielsweise auf Segmente setzen, deren Carry und Roll-Down unverändert gut sind: Investment-Grade-Anleihen in US-Dollar mit moderatem Zinsexposure, globale High-Yield-Anleihen auf CDS-Indizes sowie AT1-Anleihen, die von systemrelevanten Banken in Europa begeben werden. Für letztere verbessern sich die Gewinne angesichts der rückläufigen einmaligen Aufwendungen.

Renditen nahe am Fünfjahresdurchschnitt

Die Renditen für Investment-Grade-Papiere und globale High-Yield-Anleihen befinden sich mit fast 3 Prozent beziehungsweise 6,5 Prozent in US-Dollar nahe am Fünfjahresdurchschnitt.

Im gegenwärtigen Marktumfeld sind also mehr denn je auf absolute Erträge ausgerichtete Strategien angesagt. Diese können im Gegensatz zu benchmarkgebundenen Ansätzen aktiv über das gesamte Spektrum der globalen Anleihemärkte investieren und Derivate einsetzen. Deshalb erbringen sie auch meist höhere risikoadjustierte Erträge.

*Christel Rendu de Lint ist Head of Global & Absolute Return Fixed Income bei der Bank Union Bancaire Privée.

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