Der überraschend starke Rückgang der US-Rohölbestände hat am Donnerstag den Ölpreisen einen weiteren Schub nach oben gegeben. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich am Terminmarkt um 1,5 Prozent auf 50,96 Dollar je Barrel (159 Liter). Die psychologisch wie technisch wichtige 50-Dollar-Marke eroberte der Future damit bequem zurück.

Erst am Dienstag war Brent unter 49 Dollar gerutscht und hatte damit so niedrig wie zuletzt kurz vor dem Opec-Beschluss zur Förderkürzung im ersten Halbjahr 2017 Ende November notiert. US-Leichtöl WTI kostete mit 48,06 Dollar 1,5 Prozent mehr.

Offenbar Angebotsverknappung

In der vergangenen Woche waren die Bestände an Rohöl in den USA überraschend deutlich gesunken, und auch der Rückgang der Benzinbestände war stärker als gedacht ausgefallen. «Das war der bislang stärkste Lagerabbau in diesem Jahr und zugleich der fünfte Wochenrückgang in Folge», schrieben die Analysten der Commerzbank. Dabei dürfte die Produktion aber gestiegen sein. Da dennoch die Lager geleert würden, deute dies auf eine Angebotsverknappung am US-Ölmarkt hin. «Die OPEC-Kürzungen zeigen somit offenbar allmählich Wirkung.»

Die Spekulationen um eine Verlängerung der Fördersenkungen im zweite Halbjahr bekommen somit wieder mehr Gewicht, sagte ein Händler. Das Kartell trifft sich am 25. Mai. Analysten rechnen überwiegend damit, dass die Förderung auf dem niedrigeren Niveau bleibt. Die Aussicht auf eingeschränkte Lieferungen Saudi-Arabiens nach Asien stützte wie am Vortag die Preise zusätzlich.

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(reuters/jfr)