Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) plant, die Fördermengen zu drosseln, und versucht auf diese Weise, den stark gesunkenen Ölpreis nach oben zu treiben.

Allerdings: Für Infrastrukturprojekte spielt der Ölpreis an sich eine geringe Rolle, sagen Marktexperten. Für den Bau neuer Anlagen sei entscheidender, wie sich der Tarif bildet. Steigt der Preis nur aufgrund einer Mengendrosselung durch die Opec an, löst das alleine noch keine Infrastrukturinvestitionen aus. Häufig ist zudem unsicher, ob sich alle Opec-Mitglieder effektiv an die Weisung der Organisation halten und die Absprache nicht umgehen. Das bedeutet für die Branche der Öl-Ausrüster, dass die Nachfrage nach Öl erst wieder zunehmen muss, bevor diese von neuen Aufträgen profitieren können, sagen Branchenkenner. Dennoch sind die Aussichten noch optimistisch.

Fortgeschrittene Projekte

Der Industriekonzern Sulzer erwirtschaftet 30% des Umsatzes mit der Sparte Pumpen. Diese entwickelt sich laut Vontobel-Analysten noch immer sehr gut. Jedoch stellt man beim Öl-, Gas- und Petrochemiezuliefer-Geschäft fest, dass Kunden ihre Investitionen überprüfen, was auch zu Verschiebungen von Projekten führen kann.

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Ein Vorteil sowohl für Sulzer als auch für den Kompressorenhersteller Burckhardt ist laut Branchenkennern, dass die Firmen in einer späten Phase in bereits fortgeschrittene Projekte einbezogen werden. Die Fertigstellung der Anlagen ist dann meist durch Regierungen oder nationale Ölgesellschaften sichergestellt.

Der Auftragsbestand bei Burckhardt ist noch immer hoch und laut Analysten durch beträchtliche Vorfinanzierungen von 30% gut abgesichert. Für die Experten von Vontobel ist daher auch die starke Kurskorrektur von 65% seit Jahresbeginn bei der Burckhardt-Aktie übertrieben.

Jedoch sollte der Ölpreis über 50 Dollar pro Barrel bleiben, um Infrastrukturinvestitionen auslösen zu können. Die aktuellsten Prognosen liegen beängstigend Nahe an der magischen Marke. Goldman Sachs geht von 45 Dollar pro Barrel aus, teilweise seien sogar Preise pro Fass um 30 Dollar möglich.

US-Konzerne günstig zu haben

Die Aktie der weltweit grössten Ölservicegesellschaft Schlumberger wurde in diesem Jahr an der Börse mit einem Minus von 60% hart abgestraft. Der Verlust liegt jedoch im Branchenschnitt und Konkurrent Halliburton schlug sich seit Jahresbeginn mit Abgaben von 55% nur unwesentlich besser.

Die aktuell tiefen Kurse bieten die Möglichkeit, die überverkauften Titel ins Portefeuille zu holen. Gerade Schlumberger ist derzeit günstig bewertet. Obwohl noch offen ist, inwiefern das Unternehmen von der strategischen Partnerschaft mit dem russischen Ölriesen Gazprom profitieren kann, empfehlen 80% der Analysten die Aktie zum Kauf.