1. Home
  2. Invest
  3. Ölpreis steigt wegen geopolitischen Risiken

Nahost
Ölpreis steigt wegen geopolitischen Risiken

Bewaffnete Kurden in Kirkuk: Anleger werden langsam nervös. Keystone

Die Spannungen im Nordirak treiben den Ölpreis nach oben. In der abtrünnigen Kurdenregion werden täglich 600'000 Barrel gefördert. Doch dies ist nicht der einzige Krisenherd der Region.

Veröffentlicht am 16.10.2017

Spannungen im Norden des Irak haben am Montag die Anleger am Ölmarkt nervös gemacht und die Preise nach oben getrieben. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 1,7 Prozent auf 58,15 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostete mit 52,54 Dollar 1,5 Prozent mehr.

«Der Ölmarkt befindet sich aktuell fest im Griff geopolitischer Risiken», erklärte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. «Die Eskalation im Norden des Irak ist der Haupttreiber. Die Öllieferungen aus der Region sind gefährdet.» Auch der neu ausgebrochene Streit zwischen dem Iran und den USA erhöhe die politischen Risiken im Nahen Osten.

Kampf um Kirkuk

Nach eigenen Angaben hat die irakische Armee weite Teile der von Kurden kontrollierten Region um Kirkuk eingenommen. Ein Vertreter des irakischen Ölministeriums erklärte, einige Kurden-Anführer hätten zugestimmt, Kämpfe in Öl- und Gasanlagen zu vermeiden.

Die Förderung sei nicht beeinträchtigt. Rund 600'000 Barrel werden täglich in der kurdischen Region im Nordirak gefördert, allein 200'000 davon in Kirkuk. Seit der Ausrufung der Unabhängigkeit der Region im September sind die Spannungen zwischen den Kurden und der Regierung in Bagdad sowie der Türkei gestiegen.

Drohungen gegen den Iran

Zudem haben die USA eine härtere Gangart gegenüber dem Iran eingeschlagen und mit der Abkehr vom Atomabkommen gedroht. US-Präsident Donald Trump verweigerte zuletzt die alle drei Monate fällige Bestätigung, dass die Islamische Republik die Vereinbarung von 2015 einhält. Ein Rückgang der aktiven Ölbohrlöcher in den USA in der Vorwoche sowie die Explosion auf einer Plattform im US-Bundesstaat Louisiana schürten ebenfalls Spekulationen auf ein sinkendes Angebot.

(reuters/gku)

Anzeige