Etwas im Schatten der Probleme der grossen Schweizer Versicherungskonzerne Zurich Financial Services, Swiss Life und Swiss Re stehen die kleineren börsennotierten Versicherungen Helvetia und Nationale Suisse.

Die Schwierigkeiten von Swiss Life und Co. – Kursverluste auf den Aktienbeständen, teure Kreditabsicherungsverträge und Probleme bei der Auslandsexpansion sind an diesen Versicherungen weitgehend vorbeigegangen. Ganz ungeschoren werden aber wohl auch die «Kleinen» nicht davonkommen. Auch bei diesen Valoren lastet ein möglicher Wertberichtigungsbedarf auf den grossen Obligationenbeständen sowie eine volkswirtschaftliche Abkühlung auf den Kursen.

Diese Skepsis widerspiegelt sich in der niedrigen Bewertung des Sektors, trotz optisch attraktiver Bewertung und der Dividendenrendite. Citigroup-Analyst Andrew Crean kommt bei westeuropäischen Versicherungsaktien für das laufende Jahr auf ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 7,2. Per 2009 soll das KGV auf 7 sinken. Die durchschnittliche Dividendenrendite liegt im kommenden Jahr immerhin bei 7,5%.

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Aktienquote gegen null

Beim KGV liegt Helvetia laut Crean mit einem KGV von 5,1 für dieses und 4,4 für das nächste Jahr niedriger und hinsichtlich der zu erwartenden Dividendenrendite von 7,8% für dieses und 8,6% für das kommende Jahr höher als die anderen Branchenvertreter.

Crean setzt ein Kursziel bei 380 Fr., gut 80% über dem aktuellen Wert, und bleibt bei seiner «Halten»-Empfehlung. Sal. Oppenheim hat die Empfehlung auf «Neutral» von zuvor «Kaufen» gesenkt. Den gleichen Schritt unternahm die UBS einige Wochen zuvor in Verbindung mit einer Kurszielreduktion auf 200 Fr. von 365 Fr. Die Credit Suisse hingegen kam Ende Oktober in ihrer Einschätzung der Helvetia-Namen auf das Rating «Outperformance».

Auch bei der Nationale stufen mit Vontobel und Helvea gleich zwei Analysten die Aktie auf «Halten» von zuvor «Kaufen» zurück. Michael Schwaller, Analyst bei Valartis, hat zwar sein Kursziel von 1300 auf 1180 Fr. gesenkt, seine Gewinnschätzung pro Aktie liegt aber mit 104 Fr. für 2008 deutlich höher als der Analystenkonsens, der 79 Fr. erwartet. Daraus ergibt sich ein KGV von 6,6 und eine Dividendenrendite von 4,4%.

Für 2009 hat Schwaller seine Gewinnschätzung mit 81Fr. rund 5 Fr. unter den Analystenkonsens gelegt. Dadurch erhöht sich das KGV per 2009 auf 8,5. Auf dem Hintergrund der praktisch auf null reduzierten Aktienbestände und der Bonds mit hoher Qualität hält Schwaller die Nationale in der Kreditkrise für «sehr gut positioniert».