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Ölpreise
Öl: Das OPEC-Treffen könnte den nächsten Aufschwung bringen

VIENNA, AUSTRIA - 2018/06/20: People pass by OPEC logo at the  Organisation of Petroleum Exporting Countries (OPEC).The 174th OPEC meeting will be held  on the 22th June 2018 in Vienna. (Photo by Omar Marques/SOPA Images/LightRocket via Getty Images)
Der OPEC Hauptsitz in Wien.Quelle: © 2018 SOPA Images

Nach Vierjahreshoch und dem folgenden Kursabsturz könnte es bei Rohöl einen Aufschwung geben. Anleger setzen auf das OPEC-Treffen.

Von Georg Pröbstl*
am 23.11.2018

Das waren Volltreffer! Die Besprechung von Rohöl mit der Sorte Brent im Juli vergangenen Jahres ging schnell auf, und auch die letzte Empfehlung von schwarzem Gold aus der Nordsee brachte schon wenige Monate später den erhofften Gewinn. Anfang Februar nämlich notierte Brent bei rund 65 Dollar je 159 Liter-Fass – die Redaktion von stocksDIGITAL hatte damals für die nähere Zukunft einen Preis von über 75 Dollar prognostiziert. Bereits drei Monate später war dieses Niveau erreicht.

Danach ging es mit dem Kurs von Brent aber noch weiter nach oben und Anfang Oktober waren rund 85 Dollar je Barrel drin. Seit diesem Vierjahreshoch geht es mit dem Preis für Nordseeöl aber steil bergab. Das Fass kostet jetzt mit rund 62 Dollar etwa 25 Prozent weniger als vor knapp zwei Monaten.

Förderbremse läuft aus und die Konjunktur schwächelt – der Ölpreis ist unter Druck

Sorgten vor einem Jahr noch mehrere Faktoren wie etwa politische Unsicherheiten und Produktionsausfälle sowie die Einigung der Organisation erdölexportierender Länder OPEC auf Förderkürzungen für einen Höhenflug bei schwarzem Gold, so hat sich die Lage nun um 180 Grad gedreht.

Vor einem Jahr hatte die OPEC die Verlängerung ihrer Förderbremse bis Ende 2018 beschlossen. Doch das läuft jetzt aus und auch die politischen Probleme mit Produktionsausfällen in Libyen und Nigeria könnten ein Ende finden. Zudem zeigt die Weltwirtschaft infolge des Handelskriegs schon leichte Bremsspuren. So hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD erst vor wenigen Tagen ihre Prognose für das weltweite Wachstum im nächsten Jahr von 3,7 auf 3,5 Prozent zurückgenommen.

Vom Nachfrageüberhang ist jetzt nichts mehr zu sehen…

Und das lastet auf der Ölnachfrage. So wurde in den letzten Monaten nach Berechnungen von DWS Investment aus einem über sechs Monate rollierenden Nachfrageüberhang von etwa fünf Millionen Barrel täglich vor einem Jahr inzwischen sogar ein kleiner Angebotsüberschuss. Laut der Branchenorganisation International Energy Agency EIA gab es weltweit im vergangenen Jahr tatsächlich einen Überschuss der Ölnachfrage.

So lag der weltweite Öl-Verbrauch laut EIA in 2017 bei 98,55 Millionen Barrel pro Tag, die Produktion dagegen nur bei 97,71 Millionen Barrel. In diesem Jahr sollen Produktion und Nachfrage mit jeweils rund 100,1 Millionen Barrel am Tag in etwa ausgeglichen sein und im nächsten Jahr soll es sogar einen Produktionsüberschuss geben. Die EIA rechnet mit einer Ölförderung von 102,1 Millionen Barrel täglich, der Verbrauch soll dann allerdings nur bei 101,5 Millionen Barrel liegen.

… aber die nächste Förderkürzung könnte bald beschlossene Sache sein

Aber auch dieses Bild könnte sich ganz schnell wieder ändern. So lassen sich die Folgen der Sanktionen gegen den Iran und seinen Ölexport nicht mit Sicherheit kalkulieren und auch die Krisen- und gleichzeitig wichtigen Ölförderländern Libyen, Nigeria und Venezuela können den Förderprognosen der EIA ganz schnell einen Strich durch die Rechnung machen.

Dazu kommt: Nach dem Kursverfall könnte es schon bald neue Förderkürzungen durch die OPEC und andere Länder wie etwa Russland kommen. Schon vor zwei Wochen hatten Saudi Arabien und weitere OPEC-Staaten eine Kürzung der Fördermenge um 1,0 Millionen Barrel pro Tag als eine gute Zahl genannt. Das Treffen der OPEC findet am 3. Dezember in Wien statt und eine Kürzung der Ölproduktion um die genannte Menge könnte schnell wieder einen Nachfrageüberschuss mit sich bringen. Saudi Arabien will ohnehin die Förderung im Dezember um 0,5 Millionen Barrel täglich herunter fahren.

Öl-Chart – es könnte jetzt einen schnellen Rebound nach oben geben

Sollte sich die OPEC in einer Woche auf geringere Ölmengen einigen, könnte das den Ölpreis ganz schnell nach oben treiben. Rohöl – die Nordsee-Sorte Brent, aber auch die US-Sorte WTI – sind jetzt aber nicht nur wegen dieses kurz bevorstehenden OPEC-Treffens in Wien spannend, sondern auch aus charttechnischer Sicht. Denn beide Ölsorten notieren ganz nahe an der unteren Begrenzungslinie ihres Aufwärtstrends von Anfang 2016.

Von dort konnten beide Ölsorten in den letzten drei Jahren schon zweimal einen fulminanten Aufschwung einleiten. Bei Brent beispielsweise könnten dann schon in wenigen Monaten wieder Preise um 80 Dollar je Barrel drin sein. Mit einem Call (ISIN: CH0369232654, Laufzeit endlos, Basis und Knock out jeweils 41,524 Dollar) lassen sich Kurssteigerungen bei Brent aktuell mit einem 3er-Hebel nach oben beschleunigen.

Ölaktien – Exxon und BP bieten hohes Aufholpotential

Wer auf einen erneuten Turnaround bei Öl setzen will, nimmt auch Ölaktien unter die Lupe. Denn diese kamen mit dem Verfall des Ölpreises seit Oktober ebenfalls unter Druck und bieten so deutliches Aufholpotential. So hat beispielsweise die Aktie von US-Ölmulti Exxon (ISIN: US30231G1022BP) in den letzten zwei Monaten etwa zehn Prozent an Wert verloren und bei BP (ISIN: GB0007980591) liegt der Kursverlust sogar bei fast 15 Prozent. Neben schönen Kursgewinnen winken insbesondere bei BP hohe Dividenden von deutlich über fünf Prozent.

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +18,7 Prozent (DAX: +5,6 Prozent), 3 Jahre: +51,8 Prozent (DAX: +14,9 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +374,2 Prozent (Dax: +96,9 Prozent). 

 

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