Dank eines wiedererstarkten Werbeetats erleben Zeitungs- und TV-Aktien derzeit eine spektakuläre Renaissance. In einigen Fällen liegt der Wert traditioneller Medien sogar höher als der von Internetunternehmen. Nehmen wir zum Beispiel den Kabel-TV-Anbieter Discovery Communications. Nach soliden Ergebnissen im ersten Quartal notiert die Aktie auf dem 23-Fachen der prognostizierten 2010er-Gewinne. Google wird mit einem KGV von 21 gehandelt. Ein anderes Beispiel ist der Radio- und Fernsehsender CBS: Dessen Aktienkurs hat einen Sprung von 440% aus dem Rezessionstief gemacht, das geschätzte 2010er-Ebitda soll das Siebenfache des Firmenwerts betragen. Bei Yahoo ist es etwa das Fünffache.

Gute Aussichten für Gewinne

Discovery und Yahoo sind in Sachen Wertbestimmung eher Aus-reisser. Aber viele Aktien traditioneller Medien werden derzeit auf oder über dem allgemeinen Marktniveau gehandelt. Während der S&P 500 auf ein KGV von 15 kommt, liegt CBS bei 18, die «New York Times» bei 14,9, der Medienkonzern Belo bei 14,6, Time Warner bei 15,9 und Walt Disney bei 19. Sollte sich die Wirtschaft stark erholen, werden Mediengewinne nach oben schnellen.

Zeitungsverlage wie die «Times» melden eine signifikante Verbesserung bei den Zahlen des 1. Quartals im Vergleich zum extrem niedrigen Niveau des vergangenen Jahres - trotz eines Rückgangs bei den Werbeeinnahmen von 6%. Obwohl das wesentlich besser ist als der Rückgang von 27% im vergangenen Jahr, kann nach drei Jahren Abschwung allenfalls eine Verlangsamung erwartet werden. Sicherlich rechtfertigen die diesjährigen guten Werbeeinnahmen einen Auftrieb bei den überverkauften Aktien traditioneller Medien. Aber die langfristigen Bedrohungen, die den gesamten Mediensektor betreffen, sind nicht verschwunden. Vorsicht ist also angebracht.

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