Die Aktienmärkte spielen seit geraumer Zeit verrückt und verlangen den Anlegern alles ab. Von «Himmel hoch jauchzend» bis «zu Tode betrübt» wechselt entsprechend die Stimmungslage. Aktieninvestoren haben gerade in den vergangenen zwei Jahren die ganze Palette der Gefühlswelten durchlebt. Der schweizerische Aktienmarkt stürzte nach dem Erklimmen neuer Höchstmarken zwischen Juni 2007 und März 2009 rund 56% ab, um anschliessend innerhalb zweier Monate ca. 25% zu steigen.

Aktienanlage: Fluch oder Segen?

Ist in Aktien zu investieren nun ein Fluch oder ein Segen? Der Swiss Performance Index, welcher seit dem 1. Juni 1987 berechnet wird, produzierte in den knapp 22 Jahren seines Bestehens durchschnittlich eine Rendite von 7,1% mit einer Volatilität von 16,4%. Mit Anleihen hingegen konnte man eine Rendite von 4,3% jährlich und eine Volatilität von 3% erzielen.

Ein auf Vermögensmaximierung fokussierter Investor, der genau zwei Anlagealternativen zur Verfügung hatte, wäre also gut beraten gewesen, sein ganzes Vermögen in Aktien zu investieren. Natürlich ist das eine rein theoretische Alternative, gilt dies doch nur in der Retrospektive und auch bloss über den beschriebenen (sehr langen) Zeitrahmen. An die Zeit zwischen Sommer 2007 und Winter 2009 erinnernd, würde man einen solchen Vorschlag nicht nur verwerfen, sondern gar «beschimpfen». Die hohe Streuung der Aktienrenditen kommt denn auch eindrücklich zum Vorschein, wenn man kürzere, realistischere Anlagehorizonte wählt.

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Aus den historischen Daten können verschiedene Schlüsse gezogen werden. Zum einen besitzt der Aktienmarkt ein gewaltiges Renditepotenzial. Doch die Aktienrendite schwankt je nach Anlageperiode enorm. Und: Ein Anleger mit effizientem Anlageverhalten bevorzugt Obligationenanlagen (Sharpe Ratio). Zum Potenzial des Aktienmarktes ein aktuelles Beispiel: Um die Performance des Swiss Market Index seit Anfang März mit schweizerischen Staatsanleihen zu erwirtschaften, müsste ein Investor anstelle von zwei Monaten rund 25 Jahre lang anlegen. Oder: Der Aktienmarkt erzielte im beschriebenen Zeitabschnitt 150 Mal schneller die gleiche Rendite.

Aber bekanntlich kann schnelles Fahren gefährlich sein, gerade wenn man ohne Sicherheitsgurt und Pufferzone reist.

Was ist zu tun, wenn in Aktien zu investieren riskant ist, es nicht zu tun, aber wegen der verpassten Renditechancen ebenso ein Risiko darstellt? Folgede Punkte erschweren das Investieren in Aktien:

Die hohe Unsicherheit der Rendite,

den richtigen Zeitpunkt (Timing) treffen, es gibt bekanntlich schlechte Zeiten und gute Zeiten,

die Titelauswahl; es gibt über- bzw. unterbewertete Aktien/Märkte.

Ideal wäre natürlich eine Anlageform, welche das Renditepotenzial sichert, das Risiko aber ohne Renditeverzicht ausschaltet. Ein solches «Fünfer und Weggli»-Produkt wäre sicherlich sehr begehrt, aber kaum zu finden, solange Arbitrage-Freiheit herrscht.

Eine vollständige Lösung gibt es also nicht, aber eine Optimierung des Anlagedilemmas alleweil. Ein solches Produkt müsste folgende Bedingungen erfüllen:

Unlimitierte Beteiligung am Kursanstieg,

Prämienzahlung im Falle einer Seitwärtstendenz,

bedingter Schutz der Anlage,

Erleichterung beim Finden eines günstigen Einstiegszeitpunkts.

Bonus-Zertifikate als Lösung

Der Gegenstand der Begierde existiert in Form von sog. Bonus-Zertifikaten, welche gerade aus genannten Gründen eine Renaissance erleben. Insbesondere können Bonus-Zertifikate bei der quälenden Frage nach dem richtigen Timing helfen, weil sie dank einer Barriere eine grosszügige Fehlermarge erlauben. So wird das Verlustpotenzial erst beim Unterschreiten der Barriere aktiviert und eine Korrektur bis zu diesem Niveau kann keinen Schaden anrichten. Die Barriere kann je nach Risikoscheue tief, z.B. bei 50%, angesetzt werden.

Welches ist also der Preis dieser Vorzüge? Die Vorteile werden mit dem Verzicht auf die Dividendenzahlungen «erkauft». Ein interessanter Trade-off gerade in volatilen Phasen. Bonus-Zertifikate stellen ein probates Mittel dar, die stark geschrumpfte Aktienquote dosiert zu erhöhen.