Die Titel des Immobilienentwicklers Orascom sind an der Schweizer Börse SIX auf den tiefsten Stand seit ihrer Börsenkotierung gefallen. Grund war die überraschende Bekanntgabe vorläufiger Zahlen zum dritten Quartal am Dienstag.

Gemäss diesen Eckdaten rechnet Orascom mit einem Quartalsverlust von 30 bis 35 Millionen Franken. Zudem belastet die neue Eskalation der Lage in Ägypten. Bereits am Montag waren die Aktien kräftig gefallen, nachdem das Unternehmen seine Ergebnisvorlage um eine Woche verschoben hatte.

Um kurz nach 12 Uhr lagen die Papiere rund 5 Prozent im Minus. Um 9.30 hatten die Aktien sogar 7,3 Prozent verloren und markierten bei 12,75 Franken ihren tiefsten Stand seit der Börsenkotierung.

Experten wiesen darauf hin, dass der erwartete operative Cashflow von 20 bis 25 Millionen Franken unter dem Strich auf einen sehr tiefen oder gar negativen Free Cashflow schliessen lasse. Orascom habe offenbar nach wie vor Probleme mit dem Abfluss von Liquidität, kommentiert die Bank Sarasin.

Verschuldung dürfte ansteigen

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Durch das Ausbleiben von neuer Liquidität aus Geschäftstätigkeit und den von Orascom erwähnten höheren Finanzierungskosten, dürfte die Verschuldung im Vergleich zum Vorquartal weiter angestiegen sein, schreibt auch die UBS.

Auch die Entwicklung des Umsatzes blieb deutlich unter den Erwartungen geblieben. Dieser ist laut Orascom im dritten Quartal um ungefähr 5 Prozent gewachsen, während die ZKB mit einem Wachstum von 30 Prozent rechnete.

Zudem dürfte die erneute Eskalation der politischen Spannungen in Ägypten Orascom belasten. Die UBS empfiehlt den Anlegern mit dem Anlagerating «Sell» die Titel abzustossen. ZKB und Sarasin bewerten die Orascom-Valoren indes mit «Marktgewichten» und «Neutral».

(tno/awp/sda)