Osram will nach dem Verkauf des klassischen Lampengeschäfts sein Geld künftig vor allem mit LED-Chips und Autolicht verdienen und plant dafür milliardenschwere Investitionen. Wegen des teuren Konzernumbaus werde der Betriebsgewinn im neuen Geschäftsjahr «beträchtlich» zurückgehen, sagte Chef Olaf Berlien am Mittwoch und schockierte damit die Börse.

Der Aktienkurs stürzte bis am Nachmittag um 23 Prozent ab – das Unternehmen war in wenigen Stunden eine Milliarde Euro weniger wert. Ein Händler sprach von einem «schockierenden» Ausblick. Berliens Ankündigung einer Mindestdividende und eines Aktienrückkaufs half da wenig.

Interesse aus China

Die Pläne hätten zwar langfristig Wachstumspotenzial, belasteten aber vorerst die Ergebnisse, meinte Analyst Andreas Willi von der US-Bank JPMorgan. Für das klassische Lampengeschäft – das noch ein Drittel zum Konzernumsatz beiträgt, aber rote Zahlen schreibt – gebe es viele Kaufinteressenten aus China und anderen Ländern, sagte Berlien. Der Verkaufsprozess sei jetzt gestartet.

Der neue Eigentümer könne nicht nur die Vertriebskanäle in Europa und Amerika, sondern auch die Marke Osram nutzen: «Die Produkte haben nur eine Chance, wenn Osram draufsteht», erklärte der Berlien. Der Verkauf soll einige hundert Millionen Euro in die Kasse spülen.

(sda/ise)