Die Schweiz und die Niederlande gehören nach einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam zu den «schlimmsten Steueroasen» der Welt. Oxfam veröffentlichte am Montag unter der Überschrift «Steuerkämpfe» den Bericht mit einer Liste von 15 Ländern, die Unternehmen zur Steuerumgehung verhelfen.

Dadurch würden arme Länder jährlich um Einnahmen von mindestens 100 Milliarden US-Dollar gebracht. Das wäre den Angaben zufolge genug, um den 124 Millionen Kindern, die nicht zur Schule gingen, Bildung zu bieten, sowie durch medizinische Versorgung jedes Jahr den Tod von sechs Millionen Kindern zu verhindern.

Singapur folgt der Schweiz

Den ersten Platz auf der Liste belegt Bermuda, gefolgt von den Cayman-Inseln, den Niederlanden, der Schweiz und Singapur. Auf den weiteren Plätzen stehen Irland, Luxemburg, Curaçao, Hongkong, Zypern die Bahamas, Jersey, Barbados, Mauritius und die Britischen Jungferninseln.

Die Europäische Union ist ihre Liste der Steuerosaen dagegen noch schuldig. Bereits im Sommer wollte sie eine «Schwarze Liste» vorlegen, um die betroffenen Staaten stärker unter Druck setzen zu können. Aktuell liefern sich die Mitgliedsstaaten allerdings ein Tauziehen darum, wer auf diese Liste gehört. Einige Staaten, darunter Noch-Mitglied Grossbritannien, haben Interesse daran, dass die Kriterien weiter gefasst werden, wie «Spiegel Online» berichtet.

Auch die G20-Staaten haben im September erklärt, eine globale Liste der Steueroasen vorlegen zu wollen. Den betroffenen Ländern drohen anschliessend Sanktionen. Die Aufstellung soll bis zum kommenden G20-Gipfel in Hamburg fertig gestellt werden.

(sda/me)