Die besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten in den USA haben nicht nur die Aktienmärkte angetrieben, sie haben auch dem Dollar zu einer Hausse bis auf einen Dollar-Franken-Kurs von 1.08 verholfen. Gleichzeitig hat die erfolgreiche Platzierung einer Anleihe den ärgsten Druck von Griechenland genommen und so für etwas Entlastung beim Eurokurs gesorgt.

Doch dies ist noch nicht der Anfang vom Ende der nun schon Monate andauernden Frankenstärke: So erwarten die Währungsexperten der US-Bank Morgan Stanley, dass sich der Euro-Franken-Kurs längerfristig zwischen 1.45 und 1.50 einpendelt -aktuell liegt der Kurs bei 1.46. Bei der Bank Sarasin geht man sogar davon aus, dass sich die wirtschaftliche Erholung in der 2. Jahreshälfte abschwächen könnte und dann der Franken als sicherer Hafen noch stärker gefragt sein werde. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stemmt sich zwar nach wie vor gegen eine übermässige Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro, eine Intervention wird aber nicht erwartet. «Die kritische Schwelle beim Euro-Franken-Kurs hat sich etwas verschoben, da sich die Schweizer Wirtschaft viel stärker präsentiert als vor einem Jahr», sagt Thomas Flury, Head Foreign Exchange Strategy bei der UBS.

Spekulanten stehen bereit

In den letzten Tagen wurde vielerorts spekuliert, dass es Hedge-Fonds auf den Euro abgesehen haben und diesen herunterbieten. Es scheint aber eher, als ob die Finanzinvestoren als Sündenböcke herhalten müssen. «Hedge-Fonds können sich nur dann erfolgreich gegen eine Währung positionieren, wenn diese bereits politisch oder ökonomisch geschwächt ist», so Flury. Der Einfluss der Spekulationen ist schwer einzuschätzen wenn aber einige der grössten Hedge-Fonds eine ähnliche Strategie verfolgen, kann das eine Signalwirkung auf den Devisenmarkt haben und so den vorgezeichneten Weg einer Währung beschleunigen.

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Augenscheinlich ist dies auch beim tiefen Fall des Pfunds: Diese Währung lässt sich einfacher als der Euro in eine Richtung treiben und es gilt am Markt zurzeit auch als ausgemacht, dass genau das geschieht.

Befürchtungen übertrieben

Zurück zum Euro: Die schwierige Situation, in der sich Griechenland befindet, ist noch längst nicht überwunden. Aktuelle Studien zeigen, dass es für relativ geschlossene Volkswirtschaften mit tiefen Sparraten, wie es Griechenland und Portugal sind, zukünftig sehr schwierig sein wird zu wachsen. Es genügt daher nicht, nur die Staatsausgaben zu senken. Auch die Lohnkosten müssten gerade in Griechenland kompetitiver werden, um die Staaten wettbewerbsfähiger zu machen.

Trotz der Jeremiaden am Markt: Für die Analysten von Morgan Stanley bleibt die wirtschaftliche Anfälligkeit, die durch die Staatsverschuldung entsteht, in der gesamte Eurozone relativ gering. Der grosse Verlierer in der Rangliste von Morgan Stanley ist demnach der Yen. Doch auch das Pfund und der Dollar liegen weit hinten. So sind auch die Sorgen um die Refinanzierung der hohen briti- schen Staatsschuld die Ursache für die jüngste Abwertung des Pfunds. Die USA profitieren bei der Refinanzierung davon, dass der Dollar nach wie vor die Welt-Leitwährung ist.

Die relativ tiefe Verschuldung macht damit den Franken zur sicheren Insel. Doch sollten auch Anleger mit Euro-Obligationen nicht in Panik geraten. «Langfristig ausgerichtete Investoren sollen im Euro bleiben und auf bessere Wechselkurse mit einem stärkeren Euro warten», so Flury.


Über Mini-Futures die Kursschwankungen glätten ? und mit Calls auf einen schwächeren Euro wetten

Zur Absicherung der Kreditrisiken von Staaten decken sich Investoren mit Credit Default Swaps (CDS) ein - oder sie verkaufen solche Papiere, wenn sie an eine Pleite glauben. Futures auf Staatsanleihen, wie die an der Eurex gehandelten Bund- oder Bobl-Futures, sind ebenfalls beliebte Absicherungsinstrumente. Diese Futures gibt es aber lediglich auf liquide Basiswerte, etwa auf Staatsanleihen der nördlichen Länder der Eurozone.

Für Anleger, die auf Frankenbasis rechnen, sind deshalb Hebelprodukte auf Währungen zweckmässigere Absicherungsvehikel. Der Mini-Future XXSUZ, mit dem Anleger auf einen fallenden Euro-Franken-Kurs spekulieren, ist seit Dezember um 25% gestiegen. Noch stärker hat der Schein XXSEC zugelegt. Bei solchen Mini-Futures spielt die Volatilität keine Rolle, bei einfachen Warrants ist sie aber ein Faktor.

So stieg der Put CHFWH seit Dezember um 200%, auch weil die Volatilität seither anzog. Unter den zehn meistgehandelten Hebelprodukten waren zuletzt Put- bzw. Short-Produkte. Der Mini-Short GBPCE hat sich innert Wochenfrist um ein Viertel verteuert und der Put EURAW fast verdreifacht. Auch hier müssen Anleger durchkalkulieren, wie viel die «Versicherung» kosten darf.

Calls sind das Mittel, um von einer Euroschwäche zu profitieren: Entweder als Long-Mini-Futures wie MUSDI oder MUSDB, als Turbo-Calls wie TURER oder TURES oder aber als konventionelle Call-Warrants wie USDBJ oder USDDW.(mn)