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Paris, Toronto, Bombay: Chancen in turbulenten Zeiten

Toronto bei Nacht.
Toronto bei Nacht: Die Börse in der kanadischen Metropole bietet Chancen.Quelle: Keystone .

Mit seinen Drohungen hat Donald Trump die Aktienmärkte erschüttert. Alle? Nein: Es gibt ein paar Inseln der Glückseligen.

Von Georg Pröbstl
am 01.07.2018

In dem Markt ist doch kein Geld mehr zu verdienen! So denken derzeit viele Anleger. Der Eindruck drängt sich tatsächlich auf. So vergrätzt die geänderte Zinspolitik in den USA mit ihren steigenden Leitzinsen immer wieder Anleger. Vor allem aber sorgt US-Präsident Donald Trump mit seinen Drohungen auf einen Handelskrieg für Verunsicherung an den Börsen und insbesondere das lastet seit Monaten auf den Aktienkursen.

Der SMI notiert 1200 Punkte oder fast 15 Prozent unter seinen Hochs vom Januar und die Verluste an so gut wie allen anderen Börsen in Europa sind ähnlich hoch. Lediglich der Dow Jones zeigt sich noch relativ stabil und bringt seit Jahresanfang ein vergleichsweise kleines Minus von nur knapp 10 Prozent.

Paris und Toronto – stabile Börsen trotz Handelskrieg

Aber auch wenn in diesem Umfeld Gewinne bei den internationalen Indizes wenig wahrscheinlich scheinen – es gibt einige Börsenplätze, die ihre Anleger in letzter Zeit mit einem Plus beglücken.

Zu den stabilsten Indizes zählt derzeit die Börse in Paris mit dem CAC 40. Französische Aktien hielten sich seit Jahresanfang per Saldo stabil und zählen damit zu den Top-Performern weltweit. Auch die Toronto Stock Exchange mit dem TSX Composite zeigt aktuell im Vergleich zum Jahresstart keine Kursschwäche.

CAC 40 – die Phantasie im Chart ist gross

Dabei ist der CAC 40 derzeit insbesondere aus charttechnischer Sicht auch weiterhin mehr als spannend. So notiert der Index an der starken Unterstützung bei 5300 Punkten und auch die psychologisch wichtigen 100- und 200-Tage-Linien liegen nur rund 2 Prozentpunkte über dem aktuellen Kursniveau.

Damit nicht genug. Frankreichs Blue Chips notieren obendrein auch noch an der unteren Begrenzungslinie ihres Aufwärtstrends aus 2016. Mit einem Faktor-Zertifikat auf den Index mit konstantem 12er-Hebel (ISIN: CH0353671735, Laufzeit endlos) sind etwas risikofreudigere Anleger weit überproportional dabei, falls die Börse in Paris von der Trendlinie nach oben dreht.

Bovespa – hohes Kursplus und erneute Chancen auf Gewinn

So viel zu den Börsen der wichtigen Industriestaaten. Mehr als Paris und Toronto ist da auf der positiven Seite nichts zu finden. In den Emerging Markets gibt es dagegen sogar trotz allgemeiner Börsenturbulenzen Kursgewinner. Seit Jahresstart lieferen brasilianische Aktien zwar ein Minus von rund 10 Prozent, doch mit einem Plus in den letzten 12 Monaten von 15 Prozent zählt der Bovespa derzeit zu den stärksten Aktienmärkten weltweit. Weder CAC 40 mit lediglich stabilem Verlauf in diesem Zeitraum noch der heimische Aktienmarkt mit dem SMI mit einem Kursminus von 5 Prozent auf Sicht von einem Jahr können da auch nur annähernd mithalten.

Zwar bringt der Bovespa seit Mitte Mai von Kursen im Bereich des Allzeithoch um 87'000 Punkte ein dickes Minus. So hat die Börse in São Paolo in nur sechs Wochen fast 20 Prozent an Wert verloren. Doch auf Jahressicht liegen Brasiliens Aktien immer noch ganz dick im Plus und jetzt hat der Bovespa auch seine starke Unterstützung bei 70'000 Punkten erreicht und notiert auch noch exakt auf der unteren Begrenzung seines Aufwärtstrends von Ende 2016. Mit einem Indexzertifikat (ISIN: NL0000194769, Laufzeit endlos) setzen Anleger auf den Rebound des Bovespa und eine schnelle Kurserholung in Richtung 80000 Punkte.

Börse Bombay – nicht zu bremsen...

Zu den absoluten Glanzlichtern am Börsenhimmel zählt schon seit langem der BSE Sensex. So ist die Börse in Bombay seit 2002 in einem phänomenalen Aufwärtstrend der seither nur drei Mal durch grösser globale Krisen wie die Finanzmarktkrise 2008 zwischenzeitlich unterbrochen wurde. In den 16 Jahren bringt der indische Aktienmarkt eine Verzehnfachung im Punktestand auf inzwischen 35'000 Indexzähler.

Besonders erfreulich: Die Trumpschen Drohungen mit einem Handelskrieg gehen an den Mitgliedern im BSE so gut wie spurlos vorüber. Immerhin zählt der Subkontinent mit jährlichen Steigerungen im Bruttoinlandsprodukt im Bereich von 6 bis 7 Prozent zu den wachstumsstärksten Staaten der Welt und die Prognosen für das bevölkerungsreiche Land sind für die nächsten Jahrzehnte exorbitant.

… und die Zahl der Wohlhabenden im Land explodiert

So soll sich beispielsweise die Zahl der Menschen in Indien mit einem nach globalen Massstäben hohen Durchschnittseinkommen ab 10'000 Dollar jährlich wegen des starken Wirtschaftswachstums von derzeit knapp 300 Millionen in den nächsten 30 Jahren auf etwa 1,3 Milliarden mehr als vervierfachen. Wer auf den weiteren Aufschwung des Subkontinents setzen will, der greift beispielsweise zu einem Indexzertifikat auf den indischen Aktienmarkt (ISIN: US46429B5984).

Die hohen Kursgewinne im BSE werden dadurch allerdings etwas relativeriert. Denn das Zertifikat ist in Dollar denominiert und die indische Rupie hat in den letzten 10 Jahren zum Dollar rund 60 Prozent an Wert verloren. Dennoch bringt auch das ETF auf Dollarbasis beispielsweise in den letzten zwei Jahren im Vergleich zu anderen Börsen noch ein weit überdurchschnittlich hohes Plus von rund 30 Prozent.

Offensichtlich lässt sich also auch in Krisenzeiten mit Aktien gutes Geld verdienen.

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