Von Patrick A. Muhl, Senior Economist, Credit Suisse Economic Research, Zürich

Am Ende des 3. Quartals 2007 – dem aktuellen Rand der Beschäftigungsstatistik – waren in der Schweiz 3,87 Mio Personen beschäftigt. Binnen Jahresfrist entspricht dies einem Plus von 2,7%. Ein höherer Beschäftigungsstand konnte bisher nicht gemessen werden. Anhaltend rege – es war bereits der achte Anstieg in Folge – blieb ebenfalls der Zuwachs der Gesamtbeschäftigung in Vollzeitäquivalenten (+2,7). Am kräftigen Beschäftigungsaufbau beteiligten sich sowohl der sekundäre als auch der tertiäre Sektor. Die freundliche Konjunktur spiegelt sich auch in den Arbeitslosenzahlen wider. Im Jahresmittel 2007 waren 109189 Personen als arbeitslos gemeldet.

Arbeitslosenrate auf 5-Jahres-Tief

Binnen Jahresfrist entspricht dies einem Rückgang von 22343 oder 17%. Die Arbeitslosenrate verringerte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 2,8% – ein 5-Jahres-Tief. Die verdeckte Arbeitslosigkeit, bei deren Berechnung auch all jene Berücksichtigung finden, die entweder subventioniert beschäftigt oder als Teilnehmer an Umschulungs-, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmassnahmen nicht erwerbstätig sind, fiel auf 4,3% (2006: 5%). Das interkantonale Arbeitslosengefälle hat sich weiter reduziert, auf 4,9 Prozentpunkte. Während Genf (5,9%), gefolgt von Tessin (4,7%) und Wallis (4,1%), die höchsten Raten aufweist, finden sich in Appenzell I. Rh. (1,0%), Uri (1,0%) sowie in den Waldstätten (jeweils 1,3%) die Spitzenreiter. Im Appenzellerland sowie in der Zentralschweiz herrscht Vollbeschäftigung. Demgegenüber ist die Arbeitsmarktlage im Südwestschweizer Bogen weiter angespannt. Gleichwohl bleiben Erholungstendenzen nicht verborgen.

Der Blick auf den Radarschirm der Frühindikatoren verrät: Die Perspektiven für den Arbeitsmarkt bleiben in der Grundtendenz vorteilhaft. Die Arbeitslosig-keit dürfte sich weiter verringern, die Beschäftigung mit etwas schwächerer Dynamik erneut ansteigen. Wir rechnen für 2007 mit einem Beschäftigungsplus von 2,5% (2008: 1,4%). Die Arbeitslosenrate sinkt kontinuierlich. Für 2008 ist in der Spitze mit einem Rückgang bis auf 2,3%, im Jahresmittel bis auf 2,6% zu rechnen. Gemäss unseren Schätzungen übertrifft das Schweizer Wirtschaftswachstum 2008 mit +1,9% die Beschäftigungsschwelle (+1,2%) und somit denjenigen Schwellenwert, oberhalb dessen es zum Beschäftigungsaufbau kommt.

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Der vom Bundesamt für Statistik (BfS) veröffentlichte Index der offenen Stellen erhöhte sich in Jahresfrist um 34% auf 204,6 Punkte. Der Publicitas-Stelleninserateindex erreichte im November mit 194,9 Punkten ein 63-Monats-Hoch, der Jobpilot-Index, der über die Stellenangebote im Internet informiert, im Oktober bei 181 Punkten ein Allzeithoch. Der Indikator der Beschäftigungsaussichten zog binnen Jahresfrist um 3,1% nordwärts auf 1,07 Punkte an.

Ausgetrockneter Arbeitsmarkt

So hat die Anzahl der Betriebe, die für das kommende Quartal eine höhere Beschäftigungszahl ankündigen, zugenommen. In das gleiche Horn bläst die Beschäftigungskomponente des SVME Purchsing Managers Index, die im Jahresmittel 2007 auf ein Allzeithoch kletterte. Ein BfS-Indikator, der die Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung misst, offenbart einen zunehmend ausgetrockneten Arbeitsmarkt für Fachpersonal.