ETF.

Der Wasserfall gewinnt an Kraft. Das forsche Wachstumstempo der Exchange Traded Funds (ETF) nimmt kein Ende. Allein in Europa konnte seit 2000 eine Produktwachstumsrate von 125% pro Jahr verzeichnet werden. Bisher beläuft sich der Umsatz für das laufende Jahr auf rund 180 Mrd Euro.

Auch in der Schweiz sind die ETF beliebter denn je: Bereits 120 Produkte sind an der Schweizer Börse SWX Swiss Exchange gelistet. Der Umsatz dieses jungen Fondszweiges an der SWX belief sich seit Jahresbeginn bis Ende November auf über 22 Mrd Fr. Im Vergleich zu 2004 – innerhalb von drei Jahren – hat sich dieser damit verdoppelt.

Nachwuchs für die Fondsfamilie

Seit kurzem hat die Schweizer ETF-Familie sechs neue Mitglieder: Emittent ist i-shares, der weltweit grösste Anbieter dieser passiv gemanagten Indexfonds. Mit den neuen Produkten bietet die Barclays-Global-Investors-Tochter bereits insgesamt 48 ETF in der Schweiz an. Zwei der sechs neuen Vehikel konzentrieren sich auf spezielle Segmente: S&P Private Equity und EPRA/NAREIT UK Property Fund sind die unterliegenden Indizes. Daneben werden auch zwei Vehikel aus dem Segment nachhaltige Investments zu finden sein: Auf den S&P Global Clean Energy und auf den S&P Global Water. Unter den Neulingen befindet sich weiter auch ein Produkt, welches auf die Schwellenländer setzt. Der i-shares FTSE BRIC 50 investiert in die 50 grössten und liquidesten Firmen aus Brasilien, Russland, Indien und China. Mit dem i-shares MSCI Europe kann der Investor in europäische Titel anlegen. Der Fonds umfasst Aktien aus 16 Ländern und deckt rund 85% der Marktkapitalisierung in Europa ab.Alle sechs Vehikel wurden erst im Frühjahr respektive im Sommer dieses Jahres lanciert. Entsprechend klein sind die verwalteten Vermögen: Zwischen 9,6 Mio Euro beim Europa-Produkt, bis 105,8 Mio Dollar beim Wasser-Vehikel. 34,7% vermochte der BRIC-Fonds seit seiner Auflegung zuzulegen. Fast 20% verloren hat hingegen – wenig überraschend – der UK-Immobilienfonds.

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Aktive Fonds sind nicht besser

Die Beliebtheit der ETF hat guten Grund, dies zeigt auch die neueste Studie von Manuel Ammann der Universität St. Gallen. Deren Haupterkenntnis: Aktiv gemanagte Fonds vermögen die Passiven nicht zu schlagen. «Der heilige Gral des Investments, das Alpha, ist gar nicht so einfach zu erzeugen», führt der Finanzökonom Ammann aus. Das Alpha bezeichnet jenen Renditebeitrag, der durch die Fähigkeiten des Portfoliomanagers erzeugt wird. Der Grund für das nicht bessere Abschneiden der aktiven Fonds ortet Ammann in den hohen Gebühren, welche für die Leistungen des Fondsmanagers bezahlt werden müssen: «Die Kosten sind entscheidend für die Performance. Und dort verzeichnen die passiven Fonds einen grossen Vorteil», so Ammann.

ETF-Gebühren als grosses Plus

Wahrhaftig: Die meisten an der SWX kotierten ETF werden mit Gebühren zwischen 0,2 und 0,8% gehandelt. Für «traditionelle» Fonds muss deutlich tiefer ins Portemonnaie gegriffen werden: Gebühren um 1,5% für einen Aktienfonds sind gang und gäbe. Je nach Anlagethema oder Strategie sind aber auch 2–3% keine Seltenheit. Es stellt sich die Frage, wieso die Banken die Kosten ihrer aktiv geführten Fonds nicht senken. «Würde denn der Verkauf steigen, wenn die Kosten sinken?», fragt Ammann und erläutert: «Viele Anleger achten bei den aktiven Fonds weniger auf die Kosten als auf die vergangene Performance.» Dabei wird der Einfluss der Gebühren unterschätzt: Werden die Kosten nämlich abgezogen, so schneiden die aktiven ein bisschen besser ab als passive, so die Studie.