Ein internationaler Betrügerring hat dem FBI zufolge die Preise fast wertloser Aktien (Penny Stocks) mit einem ausgeklügelten System in die Höhe getrieben und so mehr als 140 Millionen Dollar erbeutet. Die US-Bundespolizei erklärte, zwei Mitglieder des Rings in den USA verhaftet zu haben.

Zudem seien vier Kanadier und drei weitere US-Bürger beteiligt gewesen. Die Täter hätten bei ihrem Komplott eine ganze Reihe von Brokern und Bankkonten genutzt und die mit sehr geringen Kursen notierenden Aktien in grosser Anzahl gehandelt. Ausserdem hätten die Beschuldigten von Anlegern Gebühren mit dem Versprechen kassiert, ihre illiquiden Penny Stocks zu verkaufen - ohne dies jemals zu tun.

Bei seinen Betrügereien nutzte der Ring gefälschte Pressemitteilungen, um die Nachfrage nach bestimmten Aktien zu schüren. Ausserdem warben die Mitglieder weitere Helfer an, um die Kurse und Handelsvolumina zu manipulieren. Zusätzlich bewegten sie nach FBI-Angaben Broker mit Bestechung dazu, bestimmte Penny Stocks für ihre Kunden zu kaufen.

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Lebenslänglich vom Markt verbannt

Um die Anleger zu täuschen, nutzten sie zudem gefälschte Briefe, Internetseiten, E-Mail-Konten sowie Call Center. Ein Mitglied gab sich mehrmals als Präsident verschiedener Unternehmen aus, ein anderes belog Aufsichtsbehörden und Ermittler.

Eines der Mitglieder war den Ermittlern bereits hinlänglich bekannt, weil sie 2010 gegen dessen Machenschaften vorgegangen waren. Damals hatte der Beschuldigte eine Aktiengesellschaft unter seine Kontrolle gebracht und 59 Tochtergesellschaften gegründet - mit dem einzigen Geschäftsziel, weitere Aktien zu verkaufen. 2012 musste er deshalb mehr als 3 Millionen Dollar zurückzahlen und wurde unter anderem lebenslänglich vom Markt für Penny Stocks verbannt. 

(tno/reuters)