Die grössten Pensions- und Investmentfonds der Welt haben ihr Anlagevermögen im vergangenen Jahr auf 12 Billionen Dollar vergrössert. Das geht aus Daten der Investmentberatung Watson Wyatt hervor. Dank ihrer starken Position und rigider Risikokontrollen sei auch die aktuelle Finanzmarktkrise für sie wenig problematisch. Wie Watson Wyatt berichtet, konnten die 300 grössten Fonds der Welt bis zum 31. Dezember 2007 ihr Vermögen um 14% erhöhen – trotz des Abschwungs an den globalen Märkten im 2. Halbjahr.

USA nicht mehr so dominierend

Der Vermögenszuwachs war gleichmässig auf die Länder verteilt. Allerdings ist aus dem Bericht, den Watson Wyatt zusammen mit dem US-Magazin «Pensions & Investments» erstellt hat, auch ersichtlich, dass auf die USA nicht mehr wie bisher mehr als die Hälfte des globalen Gesamtvermögens entfällt, sondern nur noch 43%. Und bei den Top 20 verlangsamte sich das Wachstum im Vergleich zu den übrigen 280 Fonds.

Offenbar verringert sich also der Abstand zwischen den Investmentfonds aus der zweiten Reihe und den Jumbo-Fonds weiter. Staatsfonds – also Pensionsfonds, die direkt von der Regierung kontrolliert werden – sind weiter gewachsen, sodass mittlerweile 23% des von den 300 grössten Fonds gehaltenen Vermögens auf sie entfallen.

Carl Heiss, Global Head of Investment Consulting bei Watson Wyatt, sagt: «Grosse Pensionsfonds, vor allem führende Staatsfonds, werden weiter wachsen und erfolgreich sein, wenn sie flexibel bleiben und auf hervorragende Leitung und Risikomanagement achten.»

Japanischer Fonds an der Spitze

Der weltgrösste Staatsfonds ist mit einem Vermögen von 1,1 Billionen Dollar der japanische Pensionsfonds. Er hält den Spitzenplatz bereits seit 2002, dahinter folgen der staatliche norwegische Pensionsfonds, der durch Steuereinnahmen aus der Erdölproduktion finanziert wird, sowie ABP, der Fonds für holländische Staatsdiener. Das am schnellsten wachsende Pensionssystem ist das in Australien. Dort muss jeder Arbeitende einen Pflichtbeitrag zahlen, sodass das Vermögen des Pensionsfonds seit 2002 jährlich um etwa 27% gewachsen ist.

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