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Vernichtet
Pensionskassen: 30 Milliarden Franken sind weg

SNB: Der Entscheid der Notenbank vernichtet auch Pensionskassenvermögen. Keystone

Die Beratungsfirma Towers Watson hat ausgerechnet, was der geldpolitische Paukenschlag für die Vermögen der Pensionskassen bedeutet. Das Fazit: 30 Milliarden sind weg.

Veröffentlicht am 16.01.2015

Die Aufhebung des SNB-Mindestkurses hat auch auf die Vermögen der Schweizer Pensionskassen einen stark belastenden Einfluss. Mit dem Entscheid der Nationalbank und den daraus erfolgten Kursverlusten an den Finanzmärkten seien am Donnerstag geschätzte 30 Milliarden Franken an Pensionskassenvermögen vernichtet worden, schreibt das Beratungsunternehmen Towers Watson, das im Auftrag des Pensionskassenverbands ASIP die Entwicklung dieser Vermögen eruiert.

Weiter dürfte sich der durchschnittliche Deckungsgrad von Schweizer Pensionskassen auf einen Schlag um rund 4 Prozent reduziert haben, heisst es in der Mitteilung vom Freitag weiter. Schliesslich seien die Entscheide über die Verzinsung der Altersguthaben der Versicherten von den meisten Pensionskassen noch im alten Jahr aufgrund der allgemein guten Rendite gefällt worden und fielen deshalb vor allem bei den gut finanzierten Vorsorgeeinrichtungen grosszügig aus. Vielfach seien den Kunden Verzinsungen von über 3 Prozent, also deutlich über dem BVG-Mindestzins von 1,75 Prozent gewährt worden.

Verzinsungsentscheide revidieren

Nun frage es sich auch aus Sicht der Pensionskassen, ob die negative Marktentwicklung nur eine vorübergehende überschiessende Reaktion darstelle oder ob sich dies nachhaltig so weiterentwickeln werde. Sollte Letzteres eintreffen, wofür derzeit Einiges spreche, müssten wohl einige Pensionskassen ihre Verzinsungsentscheide revidieren, glauben die Experten von Towers Watson.

Auch die Auswirkungen der von der SNB weiter erhöhten Negativzinsen und die daher rückgängigen Renditen auf Unternehmensanleihen seien für die Pensionskassen bedeutend. Während sich die Verpflichtungen der Kassen um 3 bis 4 Prozent erhöhen, reduzieren sich gleichzeitig die verfügbaren Vermögen. Als Folge würden sich die Geschäftsabschlüsse der Unternehmen weiter signifikant verschlechtern.

Die Schätzung von Towers Watson zu den PK-Vermögen basieren auf dem Medianportfolio des ASIP Performancevergleichs, welcher einen ungehedgten Fremdwährungsanteil von rund 25 Prozent ausweise und auf das gesamte vorhandene Pensionskassenvermögen von rund 750 Milliarden Franken (ohne Pensionskassenvermögen bei Versicherungsgesellschaften) hochgerechnet wurde.

(awp/ise)

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