Schweizer Pensionskassen investieren kaum in Gebäude und Grundstücke im Ausland. Fehlende Marktkenntnis, das Währungsrisiko sowie politische und rechtliche Risiken halten sie davon ab, wie eine am Freitag veröffentlichte Studie zeigt.

Institutionelle Investoren beurteilen eine hohe Diversifikation zwar als sehr wichtig, bilden diese laut der Studie aber nur teilweise in ihren Portfolios ab. Zur Optimierung wäre eine stärkere Internationalisierung deshalb «durchaus zielführend», wird Studienleiter Michael Trübestein von der Hochschule Luzern zitiert.

Pensionskassen wollen Strategie beibehalten

Die über 2000 hiesigen Pensionskassen investieren zusammen über 16 Prozent der Portfolios in Immobilien; davon 110 Milliarden Franken in inländische Gebäude und Grundstücke - und «nur« 10 Milliarden Franken auf ausländischen Märkten, wie es im Communiqué heisst.
Daran dürfte sich so rasch nichts ändern: Die für die Studie befragten Unternehmen gaben an, auch in den kommenden Jahren ihr Kapital nur in geringem Volumen auf ausländischen Immobilienmärkten anlegen zu wollen.

Ein Grund dafür ist die Attraktivität des Schweizer Immobilienmarkts. Für Schweizer Pensionskassen gibt es aber auch mehrere Hindernisse. Gemäss der Studie ist insbesondere die Intransparenz der ausländischen Märkte - beziehungsweise die fehlende Marktkenntnis - ausschlaggebend.
Auch das Währungsrisiko sowie politische und rechtliche Risiken schrecken die Pensionskassen ab. Die Branche müsse daher Lösungen finden, wie die Transparenz ausländischer Märkte und von Anlageprodukten für Auslandsinvestitionen erhöht werden könne, fordern die Studienautoren.
Wie die Studie weiter zeigt, erzielten die befragten Investoren in der Schweiz in den Jahren 2012 bis 2013 im Durchschnitt Renditen zwischen 5 und 6 Prozent, mit leicht fallender Tendenz.

110 Pensionskassen befragt

Für die Studie wurden Antworten von 126 Institutionen - davon 110 Pensionskassen - ausgewertet, die zusammen ein Kapitalanlagevermögen von 440 Milliarden Franken und ein Immobilienanlagevermögen von 56 Milliarden Franken aufweisen. Die Hochschule Luzern führte die Untersuchung mit Unterstützung des Pensionskassenverbands ASIP durch.

(sda/me/hon)

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